Große Aufregung vor der Reise nach Witten

Beim Sport gibt es keine Sprachbarrieren: Der deutsch-französische Schüleraustausch ging am Donnerstag beim Beach-Volleyball in Heven weiter.
Beim Sport gibt es keine Sprachbarrieren: Der deutsch-französische Schüleraustausch ging am Donnerstag beim Beach-Volleyball in Heven weiter.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
22 Schüler aus Armèntieres sind angereist. Es ist der erste Austausch zwischen Ruhr-Gymnasium und dem Lycée Paul Hazard. Zuvor gab es große Aufregung.

Witten..  Alles Grau in Grau, es gießt und stürmt – Witten zeigt sich wahrlich nicht von seiner gastlichen Seite. Doch die jungen Franzosen, die am Mittwochabend in der Ruhrstadt angekommen sind, stört das miese Wetter nicht: „Sonne wäre schöner. Aber ehrlich: Es ist genau wie bei uns“, sagt Malou und lacht.

22 Schüler aus Armèntieres sind angereist. Es ist der erste Austausch zwischen dem Ruhr-Gymnasium und dem Lycée Paul Hazard – und bis jetzt läuft alles bestens. „Am Anfang war es ein bisschen schwierig, die Leute zu motivieren“, gibt Benoît Wangermee, der den Austausch auf französischer Seite organisiert zu. Allein von zu Hause weg, allein in eine fremde Familie – da seien viele Ängste zusammen gekommen. Dass es dann doch 22 Teilnehmer geworden sind – 23 eigentlich, ein Mädchen ist erkrankt – ist für den Deutschlehrer ein großer Erfolg. Und ein wichtiger dazu, findet er. „Es gibt nichts besseres, um eine Kultur kennenzulernen, als einen Schüleraustausch.“

Die Jugendlichen waren sehr schockiert

Große Aufregung herrschte also vor der Abreise – und das nicht nur wegen der Fahrt nach Witten. Die Attentate von Paris haben die Jugendlichen sehr bewegt: „Wir waren alle sehr schockiert“, sagt Jeanne. Die Bilder von der Solidaritäts-Demo haben die 15-Jährige und ihre Klassenkameradinnen sehr bewegt. „Meinungsfreiheit ist wichtig“, erklärt sie sehr bestimmt und verständlich auf Deutsch – und man versteht auch ohne Probleme, was sie meint, wenn sie hinzufügt: „Die muss immer weitergehen.“

Auswirkungen auf die geplante Reise nach Witten hatten die Anschläge aber nicht. „Wir wohnen ja ganz in Nordfrankreich, ganz nah an der belgischen Grenze“, erklärt Organisator Wangermee. Allerdings: Für den Gegenbesuch der Wittener im März haben sich daraus doch Einschränkungen ergeben: Die Schüler dürfen wegen der erhöhten Sicherheitsstufe nicht nach Paris – das ist so Vorschrift. Wangermee muss ein anderes Ziel suchen: „Brügge vielleicht.“

Nach Köln, Bonn und Essen

Jetzt aber geht es erstmal nach Köln und Bonn und nach Essen zur Zeche Zollverein. Jede menge Kultur wartet auf die Jugendlichen. Aber auch zum shoppen und bummeln soll genügend Zeit bleiben, versprechen die beiden Französisch-Lehrer Kerstin Wittke und Mathias Steinmüller, die den Austausch fürs Ruhr-Gymnasium organisiert haben. Jeanne und Malou strahlen: „Das wird toll.“

Am Wochenende sind die Gäste in ihren Familien – „wir reden mit Händen und Füßen, das geht gut“ – und zum Abschluss steigt am Montag dann noch eine große Party. Im März gibt es dann das Wiedersehen. „Und wer weiß“, so Benoît Wangermee. „Vielleicht entstehen daraus ja lange Freundschaften.“