Gottes Friede beginnt in den Herzen

Jesus geht an den Jordan zu Johannes, um sich taufen zu lassen. Diese biblische Geschichte aus dem Matthäusevangelium wird morgen in den christlichen Gottesdiensten erzählt. Johannes der Täufer meint selbstkritisch, er wäre nicht würdig, Jesus zu taufen, sondern müsste umgekehrt durch Jesus getauft werden. Aber Jesus sagt: Lass es geschehen. Es entspricht Gottes Willen.

Lass es geschehen! Das sind die ersten Worte, die von Jesus berichtet werden. So als wollte er sagen: Du und ich, wir sind nicht die Macher. Lass es geschehen. Das Eigentliche macht ein anderer. Und am Ende der Taufe bestätigt Gott: Dies ist mein Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Wer Jesus nachfolgt, sucht den Fehler zunächst einmal bei sich selbst, nicht bei den anderen. Wer auf Jesus vertraut, will nicht selbst der Macher sein, sondern lässt das Eigentliche geschehen. Und das Eigentliche ist: Gott versöhnt die Welt und will das Böse mit dem Guten überwinden. Denn er will nicht nur das Schweigen der Waffen; er will umfassenden Schalom!

Gottes Frieden für die Welt wird nicht hergestellt durch politische Mächte und schon gar nicht durch Gewalt. Fanatiker und Terroristen egal welcher Religion werden das nie verstehen. Sie sind Macher ihrer Religion oder was sie darunter verstehen. Guten Willens sind sie jedenfalls nicht. Gottes Friede dagegen beginnt in den Herzen der Menschen, die guten Willens sind. Die nicht selbstzufrieden bleiben wollen, wie sie sind. Gottes Friede geschieht durch selbstkritische Menschen, die neu werden wollen.
Pfr. Hinrich Schorling,
Ev.-Luth. Kreuzgemeinde