Googles „Auge“ erfasst wieder Witten
19.04.2011 | 16:42 Uhr 2011-04-19T16:42:00+0200
Witten.Google hat mal wieder ein elektronisches Auge auf Witten geworfen: Seit März fährt der Internet-Riese für seinen Service „Google maps“ – eine Art virtuelle Straßenkarte – wieder durch deutsche Städte. In Bommern war man bereits zu Besuch.
Die Aufnahmen dienen aber „nur zur Verbesserung von Google maps“, sagt Unternehmenssprecherin Lena Wagner. So sollen etwa Straßennamen und -schilder im Internet angezeigt werden, um auf Einbahnstraßen hinweisen zu können. Auch wo das nächste Hotel liegt, soll dem Internetnutzer beschrieben werden können.
Für den Service „street view“ sollen die neuen Bilder nicht verwendet werden, beruhigt Lena Wagner viele Wittener. Google hatte Aufnahmen für den Service gestoppt, bei dem Städte und zum Teil Privates aus 3D-Ansicht betrachtet werden können. Auch bereits vorhandenes 3D-Bildmaterial soll nicht ins Internet gestellt werden, sagt Wagner.
Privatsphäre schützen
Der Wittener Mieterverein ist erleichtert über den Stopp von „Google street view“. „Damit müssen die Leute keine Angst mehr haben, dass Privates öffentlich wird“, sagt der Vorsitzende Knut Unger. Fast keine Angst. Denn private Aufnahmen, die ebenfalls bei „Google maps“ hochgeladen werden können, sind ihm ein Dorn im Auge. Unger: „Auch bei solchen Fotos muss die Privatsphäre von Mietern geschützt bleiben.“ Wenn sich Betroffene nicht wehren könnten, sei das ein „Skandal“.
Fakt ist: Für private Datenschutzverstöße sieht sich Google nicht verantwortlich. „Bei Aufnahmen von Privatpersonen retuschieren wir keine Gesichter oder Kennzeichen“, erklärt Sprecherin Wagner. Aus Sicht der Datenschutzstelle NRW ein Problem: „Privatpersonen können bei Verstößen nur schwer ausfindig gemacht werden“, weiß Pressesprecher Nils Schröder.
Wer zu erkennen ist, muss gefragt werden
Etwa von der Steinstraße in der Nähe des Wittener Amtsgerichts gibt es Aufnahmen, auf denen ein Kfz-Kennzeichen zu erkennen ist. „In solchen Fällen muss der Betroffene vorher gefragt werden“, warnt Schröder alle Internetnutzer. Falls man bei einem Verstoß ertappt würde, drohten empfindliche Geldstrafen.
Die neuerlichen Aufnahmen für „Google maps“ sieht man bei der Datenschutzstelle dagegen gelassen. Schröder: „Im Wesentlichen haben wir keine Bedenken mehr gegen Googles Fotodienste.“ Ein Widerspruch gegen die Veröffentlichung sei mittlerweile möglich. Außerdem gebe Google im Internet an, wo in welchem Monat fotografiert werden soll. Vielleicht bald wieder in Witten? Noch ist nichts bekannt.
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Mit anderen Worten: Während wir uns die abgelegensten schönen Eckchen der Welt ansehen können bleibt Deutschland für die Deutschen und den Rest der Welt ein weisser Flecken.