Gleich zwei Trödelmärkte locken nach Witten

Traditioneller Trödelmarkt auf dem Rathausplatz.
Traditioneller Trödelmarkt auf dem Rathausplatz.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Absprache hätte besser sein können. Doch die Trödel-Händler in der Werkstadt und auf dem Rathausplatz konnten sich nicht beklagen.

Witten..  Ein pinkfarbenes Kindertöpfchen, ein Buch über prähistorische Säugetiere, ein rote Kunstledertasche in Kroko-Optik oder einen goldgerahmten Bergsee in Öl – sowas findet man nur auf dem Trödelmarkt. Und davon gab’s am Sonntag (12. April) sogar zwei: auf dem Rathausplatz und in der Werkstadt. An beiden Orten war ordentlich was los.

Schon um kurz nach elf ist der Parkplatz vor der Werkstadt rappelvoll. Trotz der Sonne draußen, drängelt sich drinnen das Flohmarkt-Volk. Die ersten ziehen nach einer Viertelstunde schon wieder ab: Nicht etwa enttäuscht, sondern mit vollen Tüten. „Man darf nicht zu spät kommen, sonst sind die besten Sachen weg“, erklärt eine Besucherin aus Witten die ungeschriebene Trödel-Regel. Eine Insektenschutztür für ‘nen Zehner, einen Laptop für 25 Euro und ein paar T-Shirts gehören zur Ausbeute.

Gehandelt wird auch bei einem Euro

„Das sind richtige Freaks hier, die handeln noch bei einem Euro was runter“, hat Corinna Lenhardt (45) festgestellt. Sie verbringt die vier Stunden hinterm Stand, weil der Keller leer werden muss. Was übrig bleibt, wird weggeworfen.

Auch Klaus und Beate Münnekhoff sind überrascht, „dass es schon so voll ist“. Das Ehepaar ist extra aus Dortmund gekommen – der Atmosphäre wegen: „Hier gibt’s noch echten Trödel und nette Gespräche.“

Wer trotzdem nicht fündig wird, der hat auf dem Rathausplatz noch eine Chance – oder umgekehrt. Beim Outdoor-Trödel locken zum Beispiel ein 13-teiliges Kunstlexikon oder metallic-grüne Ballerinas. Oder Spielzeugautos. Die Brüder Florian (3) und Jonas (6) sowie Jan (6) und Max (5) haben gerade jeder eines erstanden, für 50 Cent das Stück. Dem Papa will der Verkäufer noch ein Väter-Handbuch schmackhaft machen, der Versuch bleibt erfolglos.

60 bis 70 Händler stehen beim dritten Outdoor-Trödel 2015 auf dem Platz, schätzt Thomas Schmidt vom Stadtmarketing. Mit dabei ist auch die Kita Augustinchen. Sie will kein gebrauchtes Spielzeug loswerden, sondern leckere Waffeln. Und die Elterinitiative sammelt Unterschriften gegen die Schließung. 2200 seien es bis jetzt. „Wir hoffen weiter auf Hilfe, etwa durch einen Investor“, sagt Ina Wollstein vom Elternbeirat. Trotz des Engagements genießt sie aber auch ein bisschen die Sonne an diesem Trödel-Tag.