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Gipfeltreffen der Weltverbesserer

10.11.2010 | 15:34 Uhr
Gipfeltreffen der Weltverbesserer
Drei der 25 internationalen Teilnehmer der „Oikos Winter School“: (v.l.): Ewoud de Kok 24, Sorzya Abouleish 20, Lucas Pinto 25 Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Witten.Trotz des nasskalten Novembermorgens kommen Ewoud de Kok aus Holland, Soraya Abouleish aus Ägypten und Lucas Pinto aus Brasilien strahlend aus dem Workshop mit Professor Franz Josef Radermacher.

Eine Woche lang diskutieren sie mit anderen Studenten aus aller Welt bei der „Oikos Winter School“ über Nachhaltigkeit – und haben jede Menge Spaß.

„Tolle Leute“ habe er hier kennengelernt, erzählt Ewoud de Kok (24), der im holländischen Delft gerade seinen Master in Wirtschaft und Technik macht. An seiner Uni hat er durchgesetzt, dass ein CO2-freier Computerraum eingerichtet wird – und das war auch seine Eintrittskarte zur „Oikos Winter School“, die jedes Jahr in Witten von Studenten organisiert wird und in diesem Jahr unter dem Motto „Beyond sustainability“ (über die Nachhaltigkeit hinaus) steht. Bei seinen studentischen Gastgebern fühle er sich pudelwohl, erzählt er. Als er ankam, sei das Bett schon gemacht gewesen und Schokolade lag bereit. „Das ist viel besser als ein Hotel“, sagt der 24-Jährige. „Im Hotel wird man schnell einsam.“

Soraya Abouleish (20) studiert eigentlich in Kairo Wirtschaft, macht aber gerade ein Auslandsstudienjahr in Österreich. Nachhaltigkeit und Umweltschutz seien schon immer ihre Themen gewesen, da sie in einer Initiative für nachhaltige Entwicklungen in Ägypten aufgewachsen sei. Von der „Oikos Winter School“ in Witten erfuhr sie durch einen Flyer – und war sofort Feuer und Flamme. „Hier lernt man sehr interessante Leute kennen und hört unglaubliche Referenten, die alle wirklich interessiert sind an uns und unseren Ideen.“

Die Workshops findet auch Lucas Pinto aus Brasilien besonders gelungen, erzählt er. Er studiert Management und macht wie Soraya Abouleish ein Auslandssemester in Österreich. Mit dem Wittener Wetter ist er nicht so glücklich, Kälte und Regen seien nicht so doll, sagt er. Aber dafür stimme der Rest des „Winter School“-Programms umso mehr. Alle seien total motiviert, diskutierten über die Nachhaltigkeits-Projekte, die sie in ihrer Heimat organisieren und nutzten die eine gemeinsame Woche in der Ruhrstadt, um möglichst viele Kontakte zu knüpfen. Zu Hause entwickelt Lucas Pinto Projekte, um den Menschen Themen wie Recycling, lokale Währungen, Wassersparen und Mikrokredite nahe zu bringen.Deshalb habe ihn auch der Workshop über Mikrokredite am meisten interessiert.

Am morgigen Donnerstag freuen sich die „Winter School“-Teilnehmer auf ganz viele Besucher – der Tag ist offen für alle Interessierte. Für Soraya Abouleish eine tolle Gelegenheit, das Thema bekannter zu machen„denn Nachhaltigkeit steckt in allem – vom Umgang mit dem Nachbarn bis zu der Entscheidung, wo wir unsere Lebensmittel kaufen“.

Claudia Scholz

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