Geschichte einer Plattenfirma auf Wittener Bühne

Szene aus „Motown“: Die Musicalband „probt“ in einer Garage.Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Szene aus „Motown“: Die Musicalband „probt“ in einer Garage.Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Musical „Motown“ bietet tollen Gesang im Saalbau. Aber leider wirken die Dialogszenen unglaubwürdig.

Witten..  The Jackson Five, Lionel Richie, Stevie Wonder: Die Liste der Künstler der berühmten Detroiter Plattenfirma „Motown“ ist lang. Die Geschichte rund um Plattengründer Berry Gordy und seine umjubelten Stars brachte das Tournee-Ensemble des Eurostudios Landgraf jetzt als Musical auf die Saalbaubühne.

„Motown – Die Legende“ wird im zugehörigen Begleitheft auch als musikalische Begegnung beschrieben. Die Hintergründe dieser Begegnung, die die gesamte Handlung des Musicals ausmachen, sind schnell erzählt: Eine Gruppe Musiker trifft sich in einer alten Garage und will für ein großes Konzert die Motown-Hits proben. Die widrigen Bedingungen in der für den Abriss bestimmten Garage sind natürlich den Anfängen des Motown-Plattenlabels nachempfunden. Überhaupt häufen sich die Parallelen.

An sich böte diese Ausgangssituation eine gelungene Grundlage, um – auch ohne unglaubwürdige Imitatoren – die großen Hits und die Anekdoten nachzuerzählen. Stimmlich jedenfalls müssen sich die fünf singenden Darsteller keinesfalls verstecken. Zu den passenden Tanzbewegungen der 60er und frühen 70er lieferten sie zur Livemusik der Band eine Gänsehaut-Nummer nach der nächsten ab. Da passten nicht nur Töne, sondern auch Stimmfarben.

Das passende Lied zum Seitensprung

Dass die erste Hälfte des Musicals dennoch wenig überzeut, ist der Regie geschuldet, die ihre Sänger in unglaubwürdige Theaterrollen presst. So darf der Kopf der Band als penetranter Erklärbär zwischen den Songs stets besserwisserisch die Geschichte des Labels herunterbeten. Und auch die szenischen Überleitungen zwischen den Liedern sind leider viel zu holprig. Beispiel: Dein Freund hat etwas mit einer anderen Frau? „Dazu gibt es auch ein Lied...“

Schade, dass die wirklich guten Sänger für solche deutlich überzogenen Szenen herhalten müssen. Eine Konzert-Atmosphäre (wie im zweiten Teil des Abends) kam beim Saalbaupublikum besser an.