Geschäftsleute im Wittener Breddeviertel machen mobil

Sie wollen etwas für ihr Viertel tun (von li.): Sabine Guardian (Einhorn-Apotheke), Jelena Arsić (Kartoffel-Ecke), Ralf Lilienthal, Khaled Alaswad (Orient Express), Andrea Bizzotto (Eiscafé Dolce Vita), Cornelia Stratmann (Engels Cut) und Sabine Schoska (Cose Belle di Athena).Foto:Thomas NitscheDas breddeviertel in Witten macht mobil: Viele Einzelhändler haben sich zusammengeschlossen und wollen einmal im Monat Kunden mit Kultur locken. Auftakt ist am Freitag (29.Mai) mit dem Thema Afrika. (Donnerstag, 28.05.2015). Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Sie wollen etwas für ihr Viertel tun (von li.): Sabine Guardian (Einhorn-Apotheke), Jelena Arsić (Kartoffel-Ecke), Ralf Lilienthal, Khaled Alaswad (Orient Express), Andrea Bizzotto (Eiscafé Dolce Vita), Cornelia Stratmann (Engels Cut) und Sabine Schoska (Cose Belle di Athena).Foto:Thomas NitscheDas breddeviertel in Witten macht mobil: Viele Einzelhändler haben sich zusammengeschlossen und wollen einmal im Monat Kunden mit Kultur locken. Auftakt ist am Freitag (29.Mai) mit dem Thema Afrika. (Donnerstag, 28.05.2015). Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Geschäftsleute aus der Bredde- und der unteren Bahnhofstraße wollen ihr Viertel beleben. Freitag laden sie zu einem afrikanischen Nachmittag ein.

Witten..  Das Breddeviertel macht mobil: Geschäftsleute haben sich dort zusammengeschlossen, wollen für mehr Leben auf der Bredde- und der unteren Bahnhofstraße sorgen. Am Freitag, 29. Mai, geht es los, ab 15.30 Uhr – mit afrikanischer Musik, Erklärungen zu afrikanischen Pflanzen, pikanten und süßen Speisen – und mancherorts auch Preisnachlässen für die Kundschaft.

Die Idee, etwas für das Viertel zu tun, in dem man arbeitet, wurde vor einem halben Jahr geboren. „Schöner, grüner, lebendiger sollte es hier werden“, sagt Edelgard Tuszynski, Chefin des Geschäftes Busenfreundin. Über ihre Tochter Lena (30), die die Idee hatte, die Terrasse des ehemaligen Cafés Leye in einen Stadtgarten zu verwandeln, hat die 61-Jährige Ralf Lilienthal kennengelernt.

Der ist Chef eines Gartenbaubetriebes in Witten und Wetter, Journalist und Autor von Garten- und Kinderbüchern. Bei der Idee, auch das Breddeviertel mit einem „Urban Gardening“-Projekt nach vorne zu bringen, hat Lilienthal abgewunken. „Bis man da einen optischen Effekt hat, das dauert viel zu lange.“ Gemeinsam mit anderen Geschäftsleuten, die sich für ihr Viertel engagieren, wurde die Idee entwickelt, künftig an jedem ersten Freitag im Monat Bürger zu einem kleinen nachmittäglichen Event einzuladen. Die Mischung: Kultur – von Musik bis zur Jonglage; Grünes und Naturkundliches; Soziales, meint: gemeinnützige Wittener Organisationen sollen Gelegenheit erhalten, sich vorzustellen. Ralf Lilienthal organisiert die Veranstaltungen, gemeinsam mit Studenten der Uni Witten/Herdecke und einer angehenden Sozialkünstlerin.

„Man muss was dagegen tun, dass Innenstädte veröden“

Edelgard Tuszynski betont, dass sie es nicht bereut hat, ihren Laden 2014 an der unteren Bahnhofstraße eröffnet zu haben. Sie habe einen tollen Vermieter, sagt sie. „Aber die Leerstände sind das große Problem.“ Wofür die Wittenerin auch die oftmals zu hohen Ladenmieten verantwortlich macht. „Das kann ja keiner bezahlen, der sich gerade selbstständig macht.“

Marcus Franke, Inhaber des Optiker-Geschäftes Fielmann auf der Bahnhofstraße, der sich an der Initiative beteiligt, würde sich mehr studentisches Leben im Viertel wünschen. „Es müssten Treffpunkte geschaffen werden, es müssen Feste stattfinden.“ Der 52-Jährige verweist auf das Wiesenviertel und die dort erfolgreichen Aktivitäten der Kulturinitiative Stellwerk. „Man muss was dagegen tun, dass Innenstädte veröden.“ Im Breddeviertel fängt man heute damit an.