Geocacher entdecken das Wittener Muttental

Auch diese Drei erforschen per GPS das Muttental in Witten.
Auch diese Drei erforschen per GPS das Muttental in Witten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Selbst bei schlechtem Winterwetter gehen im Muttental in Witten Geocacher auf Schatzsuche. An schönen Tagen sind es bis zu 60 Ausflügler pro Tag.

Witten.. Was ist Geocaching? Eine Schatzsuche, die immer mehr Neugierige in die Wittener Wälder treibt. Angelockt durch die Aussicht auf einen Schatz, geleitet durch Koordinaten, die man entweder mit einem GPS-Gerät oder mit einer App auf dem Smartphone ablesen kann. „An schönen Tagen gehen bestimmt 50 bis 60 Personen durchs Muttental“, sagt Uwe Kühn, der für das Stadtmarketing geleitete Touren anbietet.

Bei den Ehrenamtlichen vom Zechenhaus Herberholz sind die „Geocacher“ ein gern gesehenes Publikum. „Wer das macht, hat was im Kopf“, sagt Karl Ackermann. „Das sind Leute, die sich auch für uns interessieren.“ Ackermann sagt das mit einem verschmitzten Lächeln, denn die Geocacher kommen häufig, selbst bei größtem Usselwetter. Rund um das Zechenhaus liegen drei Schätze versteckt, so dass Ackermann den lieben langen Tag Suchende begucken kann. „Alle tun ja so, als stünden sie zufällig herum, denn der nächste Wanderer könnte ja auch ein Schatzsucher sein.“

Für Familien und Jungsgruppen

Das Prinzip ist einfach: auf der Internetseite geocaching.com sind die Standorte der Schätze angegeben. Man sucht sich ein Ziel aus, gibt die Koordinaten ins GPS-Gerät oder ins Handy ein und lässt sich leiten – zu einer Kiste voll Überraschungen, einer Filmdose, in der lediglich zusammengerollte Namenslisten (das „Logbuch“) stecken, oder einfach nur zu Koordinaten, die auf ein weiteres Versteck verweisen. Der „Cache“ wird immer zurückgelegt.

Ein Versteck, am Hochstand in Richtung Schloss Steinhausen, entdecken wir beim besten Willen nicht. Wer Herrgottnochmal hat das denn ausgelegt? Ein Unbekannter, wohl ein Feuerwehrmann, selbst begeisterter Geocacher.

Je trickreicher das Versteck, umso größer der Spaßfaktor

Wer kommt zur Schatzsuche ins Muttental? „Familien und Jungsgruppen“, sagt Ackermann. Und einmal, da waren es zwei Ehepaare, das war überhaupt am besten: „Die Frauen suchten. Die Männer und ich haben uns auf die Bank gesetzt und ein Bier getrunken. Als das alle war, frage ich: Ob ich den Damen mal das Versteck verrate? Nö, sagen die Männer, hol’n S’e mal lieber noch ‘n Bier.“

Je trickreicher das Versteck ist, umso größer ist der Spaßfaktor. „So kann man Menschen für die Natur begeistern, die sonst nicht in den Wald gehen würden“, sagt Naturführer Uwe Kühn. „Das ist ein irrer Hype.“ Aber das Muttental sei für Geocacher eben sehr attraktiv: „Tolle Natur, interessante Sehenswürdigkeiten und viele Verstecke.“

Ein besonderer Kick sei übrigens das „Nachtgeocaching“ mit Stirnlampe auf dem Kopf. Dem 50-Jährigen ist es wichtig, den Freizeitspaß im Einklang mit der Natur zu verbinden. „Dass man nicht querfeldein läuft oder Tiere aufscheucht.“