Genossen fragen nach gut dotierten Aufsichtsratsposten

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Die Ex-SPD-Mitglieder Richter, Humberg und Kretzmer behalten ihre Ratsmandate. Das sorgt für Empörung. Was ist mitgut dotierten Aufsichtsratposten?

Witten.. Empörung herrscht in Fraktion und Partei darüber, dass die ausgetretenen SPD-Mitglieder Richter, Humberg und Kretzmer ihre Ratsmandate mitnehmen und eine eigene Fraktion („Solidarität für Witten“) gründen wollen. Es wird auch die Frage nach gut dotierten Aufsichtsratsposten gestellt.

Lokales So hat der ehemalige Fraktionschef Thomas Richter seit der Kommunalwahl 2014 und der Machtübernahme durch die Groko das Amt des Sparkassenverwaltungsratsvorsitzenden inne. Dafür bekommt er jährlich rund 10 000 Euro. Anders als die Ratsmandate seien Aufsichtsratsposten keine persönlichen Mandate, heißt es seitens der Stadt. Es solle geprüft werden, ob die Betreffenden die Ämter wirklich behalten dürfen – vorausgesetzt, sie wollen das. „Das hängt auch von den Fraktionen ab, ob da Veränderungen gewünscht werden“, sagt ein Verwaltungsexperte.

Willi Humberg, einer der bisherigen Fraktionsvize in der SPD, ist zweiter stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei den Stadtwerken. Er wollte sich gestern nicht dazu äußern, ob er dieses Amt nach seinem Parteiaustritt behalten will.

Politik Wenn die drei Ex-Genossen tatsächlich eine neue Fraktion bilden, bekommt der Vorsitzende der neuen Gruppierung im Rat den dreifachen Satz eines normalen Ratsmitgliedes, also insgesamt gut 1000 Euro. „Solidarität für Witten“ wäre die fünfte Kleinfraktion im Rat. Es sei nicht akzeptabel, die Mandate mitzunehmen, sagt SPD-Vizefraktionsvorsitzender Uwe Rath. Der Wählerauftrag sei schließlich an die Partei ergangen „und nicht wie dargestellt an die Person“.

„Sie sollen ihre Posten abgeben“ fordert auch der Stockumer Ortsvereinsvorsitzende Walter Sander, der sich bei der parteiinternen Auseinandersetzung um die Bürgermeisterkandidatur schon früh zum Leidemannlager bekannt hatte. Er hoffe, dass jetzt endlich „dieses Misstrauen und in Schubladen gepackt werden“ aufhöre. Sander: „Wir müssen als Partei zeigen, dass wir handlungsfähig sind und wieder mit einer Sprache sprechen.“