Gemütlichkeit ist Trumpf
10.02.2012 | 11:43 Uhr 2012-02-10T11:43:00+0100
Witten.Kaffeeduft erfüllt die Luft. Auf bunten Stühlen sitzen Schüler mit belegten Brötchen in der Hand. Ein Kicker lädt zum Spielen ein. Es ist gemütlich in der neugestalteten Cafeteria des Albert-Martmöller-Gymnasiums (AMG).
„Das Mart-Rock-Café ist das emotionale Zentrum der Schule“, sagt Biologielehrer Helmut Kaltenpoth (62). Er war 1996 Mitbegründer der ersten Kantine am AMG und ist auch heute dabei, wenn um neun Uhr die Neueinweihung stattfindet.
Platz reichte nicht
Im vergangenen Frühjahr war die Umgestaltung nötig geworden, nachdem ein neuer Erlass bestimmt hatte, dass Schüler der fünften und sechsten Jahrgänge das Schulgelände nicht mehr während der Pausen verlassen dürfen. Zuvor war das mit Genehmigung der Eltern möglich gewesen. Auf einmal blieben mehr Kinder über Mittag an der Schule.
Der Platz in der Cafeteria reichte nicht mehr aus. „Da uns keine größeren Räumlichkeiten zur Verfügung standen, war es wichtig, den Platz, den wir haben, vollkommen auszunutzen“, sagt der Architekt und Geschäftsführer des Schulvereins, Peter Heyermann (50). Platzsparende Möbel mussten her. „17 000 Euro haben wir für Tische, Stühle und Dekoration ausgegeben“, schätzt Heyermann. „Wir“ meint den Schulverein, der das Café betreibt.
Menü für drei Euro
Es fasst bis zu 70 Schüler. Und bereits jetzt ist das Mart-Rock-Café bei ihnen beliebt. „Wir fühlen uns total wohl hier“, sagt die Neuntklässlerin Kim Küper (15), „und das Essen ist ziemlich preiswert.“ Für drei Euro bekommen die Schüler ein komplettes Menü mit Getränk und Nachtisch – auf Wunsch auch vegetarisch. 50 bis 60 Essen gehen am Tag über die Theke. Ansonsten gibt es belegte Brötchen für den Hunger zwischendurch. Rund 70 Mütter, Väter und Großeltern kümmern sich ehrenamtlich um die Versorgung.
Das Geschäft läuft bislang so gut, dass der Schulverein mit 50 Prozent der Einnahmen Schulprojekte unterstützen kann. Wie die heutige Wiedereinweihung.
Über den Namen entschieden die Schüler des AMG gemeinsam. Einen Monat lang durften sie Vorschläge bei der Schülervertretung einreichen, die dann die besten Ideen auswählte. In der anschließenden Abstimmung entschied sich die Mehrheit für das „Mart-Rock-Café“. Neuntklässlerin Kim Küper glaubt aber nicht, dass sich der Begriff durchsetzen wird. Vor allem unter den älteren Gymnasiasten habe der Ort nämlich längst einen festen Namen: Caféte oder einfach Café.
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