Gelbe Säcke sorgen bei Wittenern für Ärger

Ärgerlich: Jelena Arsic, Chefin der „Kartoffel-Ecke“ an der Wittener Breddestraße, sammelt Abfall aus einem gelben Sack auf, der gerissen ist.Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services
Ärgerlich: Jelena Arsic, Chefin der „Kartoffel-Ecke“ an der Wittener Breddestraße, sammelt Abfall aus einem gelben Sack auf, der gerissen ist.Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services
Foto: Fischer / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bis zum 19. Februar will der Entsorger AHE die Wittener Haushalte mit gelben Säcken versorgen. Manche Bürger klagen, sie seien immer noch unversorgt.

Am 26. Januar hat die Entsorgungsfirma AHE mit der Verteilung der gelben Säcke in der Stadt begonnen. Am morgigen Donnerstag wollte das Unternehmen damit eigentlich fertig sein. Es gebe aber immer Haushalte, bei denen man das nicht schaffe, hieß es gestern von den Wetteranern. Wittener, die noch keine gelben Säcke im Hausflur, Briefkasten oder der blauen Tonne vorfanden, sind ärgerlich. Und: Es gibt Klagen über die Qualität der Säcke, die leicht reißen.

AHE-Logistikleiter Andre Faber: „In den letzten Wochen haben wir rund 100 Meldungen von Wittenern erhalten, die noch auf unsere Lieferung warten. Wir haben mit der Nachverteilung begonnen.“

Einer der noch Unversorgten ist Peter Paß. Der Mann hat ein Haus an der Stockumer Straße, in der Blote-Vogel-Siedlung. „Unsere blaue Papiertonne wurde bereits am 10. Februar von der AHE geleert, gelbe Säcke gab’s für uns nicht.“ Bei der für diese Fälle zuständigen Servicehotline der Entsorgungsfirma (siehe Infokasten) erhielt er die Antwort, man werde sich darum kümmern. „Bislang ist nichts geschehen.“ Und dies sei in seiner ganzen Siedlung am Annener Berg so „und auch in den umliegenden Straßen“.

AHE verspricht bessere Qualität bei gelben Säcken

Thomas Tyburzy, Chef von „Tommy’s Hair Cut“ an der Pferdebachstraße, lässt sich gelbe Säcke von seinen Mitarbeiterinnen mitbringen. „Ich wohne in Bochum. Die Säcke von dort werden hier nicht mitgenommen.“ Was der Friseurmeister noch nicht wusste: Gewerbetreibenden liefert die AHE die gelben Säcke nicht in den Betrieb. Unternehmer erhalten diese gegen Vorlage der Gewerbeanmeldung bei den üblichen Verteilstellen in der Stadt – wie der Müllumladestation Bebbelsdorf.

Auch Rosemarie Schmacke, die in der Bonhoefferstraße wohnt, hat noch keine gelben Säcke erhalten. „Wir pumpen uns die derzeit zusammen.“ Was sie auch ärgert: „Die Säcke sind ganz dünn, ganz schnell kaputt. Oft schon, wenn man einen Sack an der Perforierung von der Rolle abreißt.“ Die Folge sei, dass Abfall aus gelben Säcken, wenn er auf dem Bürgersteig zur Abholung stehe, mitunter auf dem Gehweg oder der Straße lande und dort auch erst einmal eine Weile liegen bleibe.

Thomas Bodang, stellvertretender Leiter des Betriebsamtes: „Wir sammeln die gelben Säcke im Auftrag der AHE ein. Wenn uns dabei ein Sack reißt, heben wir den Abfall natürlich auf. Nicht, wenn wir das schon so vorfinden, weil einer mit dem Sack Fußball gespielt hat.“

Die Wetteraner haben aus den Beschwerden Konsequenzen gezogen

Dass man mit den gelben Säcken nicht kicken muss, um sie kaputt zu bekommen, ist für den Entsorger AHE keine Neuigkeit. Die Wetteraner haben aus zahlreichen Beschwerden hierüber bereits Konsequenzen gezogen. „Wir haben einen neuen Lieferanten. Wir zahlen für die Säcke ein klein wenig mehr, bekommen aber eine bessere Qualität“, so die zuständige AHE-Mitarbeiterin Heike Heinzkill. Die hinzufügt, dass ihre Firma jährlich sechs Millionen gelbe Säcke kaufe. „Da darf man Qualität erwarten.“

Mit der Auslieferung der ersten neuen sei bereits begonnen worden. Was Jelena Arsic, Chefin der „Kartoffel-Ecke“ an der Breddestraße, freut. „Mir reißt so mancher gelbe Sack, wenn ich was hinein werfe. Das darf nicht sein.“