Gehört der Islam zu Deutschland?

„Der Islam gehört zu Deutschland.“ Dieser Satz aus der Rede des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff bei der Feier zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010 ist der Öffentlichkeit besonders in Erinnerung geblieben. Die Frage darüber, wie Wulffs Aussage genau zu verstehen ist, und inwieweit diese überhaupt zutrifft, ist seither ein Gegenstand öffentlicher Debatte. Das Institut für institutionellen Wandel (WIWA) der Uni Witten/Herdecke veranstaltet am heutigen Montag von 18 bis 20 Uhr eine öffentliche Podiumsdisskussion zu diesem Thema im Audimax der Hochschule.

Die Veranstalter erklären: „Im Angesicht des Erstarkens des ,Islamischen Staats’, der islamistisch motivierten Mordattentate in Paris und Kopenhagen und dem unverblümten Antisemitismus eines Teils der muslimischen Minderheit in Deutschland hat sich der Tonfall der Diskussion während der letzten Monate auch in den Qualitätsmedien immer weiter verschärft.“

In einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung habe Ulrich Greiner deutlich zwischen den Muslimen, die selbstverständlich als Bürger zu Deutschland gehörten, und dem Islam als Ideologie, der in einer freiheitlichen Gesellschaft keinen Platz habe, unterschieden. Greiners Meinung: „Vielleicht wird der Islam eines Tages wirklich zu Europa gehören. Wissen kann man das nicht und wünschen auch nicht.“

Die Uni-Debatte will zur Klärung der Frage beitragen, welche der beiden Aussagen – die von Christian Wulff oder die von Ulrich Greiner – eher zutrifft. Es diskutieren: Student Kibar Erdogrul, Prof. Matthias Kettner (Lehrstuhl für praktische Philosophie und WIWA), Prof. Birger Priddat (Dekan der Wirtschaftsfakultät und WIWA), Prof. Rudolf Wimmer (Vize-Präsident der Uni) und Prof. Stefan Wirth (Dekan der Fakultät für Gesundheit).