Gehörlose Sportler treffen sich zum „Beach Weekend“ in Witten-Heven

"Beach Weekend" mit Beachvolleyball und Beachsoccer, organisiert und ausgerichtet von der Deutschen Gehörlosen Sportjugend (DGSportjugend) im Blue Beach.
"Beach Weekend" mit Beachvolleyball und Beachsoccer, organisiert und ausgerichtet von der Deutschen Gehörlosen Sportjugend (DGSportjugend) im Blue Beach.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Erst leise baggern, dann mit maximalem Bass feiern: 180 gehörlose Sportler spielen und campen in der Sandsporthalle „Blue Beach“. Die Location begeistert.

Witten..  Volles Haus war am Pfingstwochenende im Blue Beach in Heven angesagt. Rund 180 Gäste waren aus ganz Deutschland angereist, um am Beach Weekend der Deutschen Gehörlosen-Sportjugend (DGSJ) teilzunehmen.

Ein besonderes Event: Das Beachvolleyball-Turnier ist in vollem Gange, alle Spielfelder sind belegt. Aber der Lärmpegel tendiert gegen Null. Kleine Gruppen von Jugendlichen in Sportkleidung stehen beieinander, lachen und sind ins Gespräch vertieft – größtenteils in Gebärdensprache. Und auch die Punktrichter auf den Spielfeldern gestikulieren, um den Spielstand aufzuzeigen.

„Diese Veranstaltung stellte uns bereits im Vorfeld vor ganz neue Herausforderungen“, erzählt Dirk Heemann, Geschäftsführer des Blue Beach. Gemeinsam mit Daniel Haffke, dem ersten Vorsitzenden der DGSJ, hat er die dreitägige Veranstaltung organisiert.

Die Sportjugend führt jedes Jahr ein Beachvolleyball- und Soccer-Turnier durch und war dabei schon in vielen Städten in ganz Deutschland. „Das war oft aufwändig, weil wir geeignete Spielstätten und die Möglichkeit zum Camping brauchen. Da waren wir oft zwischen zwei Orten unterwegs“, erläutert Daniel Haffke. In Witten konnte erstmals beides an einem Ort, unabhängig vom Wetter, umgesetzt werden.

„Mal eben eine Lautsprecherdurchsage ist nicht. Wir haben im Vorfeld große Banner und Plakate drucken lassen“, schildert Heemann einige Herausforderungen. Und kurzfristige Änderungen liefen tatsächlich über „stille Post“.

Die Teilnehmer sind begeistert von der Location. David Staiger (25) aus Speyer und Robin Angelini (19) aus Bochum: „Klasse! Vor allem, dass wir gemeinsam campen können.“

Das Highlight nach drei Tagen Sport, Barbecue und Lagerfeuer war die Party am Sonntag. Die Anwohner spielen mit, so dass bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wird. Wie funktioniert eine Party für Menschen mit eingeschränktem Gehör? „Es wird laut – sehr laut! Der Bass muss sehr stark sein, damit man ihn spüren kann“, klärt Daniel Haffke auf. Erst setzte Dirk Heemann auf die Erfahrung der Techniker, die das Party-Equipment aufbauten – und wurde enttäuscht. Diese Frequenzbereiche lösten nur Ratlosigkeit aus. „Muss man halt doch selbst organisieren.“

Daniel Haffke plant, das Event seines Vereins jedes Jahr in Witten stattfinden zu lassen, Heemann freut das. Bemerkenswert: Nicht ein Mal nutzen beide das viel bemühte Wort „Inklusion“ – vielleicht, weil sie hier funktioniert.