Das aktuelle Wetter Witten 21°C
Betreten verboten

Gefährlicher Tanz auf dem Eis

21.01.2013 | 18:55 Uhr
Gefährlicher Tanz auf dem Eis
Schon im vorigen Jahr war der zugefrorene Hammerteich ein Tummelplatz vieler Eisfans. Dabei ist das Betreten der Eisfläche laut Stadt verboten. Mehrere Warnschilder am Rand weisen darauf hin. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Witten. Eingebrochen ins Eis, reckt ein Mensch angstvoll die Arme in die Höhe und schreit um Hilfe.

Zum Glück nur auf Zeichnungen der Warnhinweisschilder, die von der Stadt am zugefrorenen Hammerteich aufgestellt wurden. Aber die Gefahr dort ist durchaus real.

Wie stark die Faszination für junge Leute und Erwachsene ist, die von der Eisfläche ausgeht, zeigte sich in den letzten Tagen vielfach. Schon am Sonntag des zweiten Januarwochenendes testeten zahlreiche Spaziergänger vom Ufer aus die Dicke des Eises. Und zwar mit Holzstöcken des angrenzenden Waldes. Wobei sie verblüfft feststellten, wie leicht sich die zugefrorene Schicht durchstoßen ließ. Am letzten Wochenende jedoch ging dann mancher im wahrsten Sinne des Wortes einen Schritt weiter: Einige Fußspuren auf dem inzwischen dickeren Eis des Hammerteichs kündeten davon.

Ordnungsamt auf Kontrollgängen

Dabei ist die Fläche von der Stadt nicht freigegeben. Und sie wird es auch nicht mehr. „Wir können die Aufsichtspflicht aufgrund der knappen Personalsituation nicht gewährleisten“, erklärt Detlef Kottowski, kommissarischer Leiter des Betriebsamtes, Abteilung Grünflächen. Aufgrund der Größe des Hammerteichs müssten dort mindestens vier Mitarbeiter postiert werden. Jeder von ihnen wäre im schlimmsten Fall sogar persönlich haftbar, wenn etwas passiere.

Aus demselben Grund würden auch andere überfrorene Gewässer wie etwa „An den Teichen“ im Buchenholz nicht freigegeben, so Kottowski. Witten habe sich damit schon in den Vorjahren den Entscheidungen umliegender Städte angeschlossen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollierten aktuell, dass diese Vorschriften auch eingehalten würden und sprächen Bürger an, die trotzdem aufs Eis gingen. Um auch Kindern, die noch nicht lesen könnten, die Gefahr vor Augen zu führen, seien erstmals so genannte Piktogramme, also Symbolbilder, auf den Hinweisschildern rund um den Hammerteich angebracht worden.

Die DLRG- Ortsgruppe Annen Bommern warnt ebenfalls vor dem Betreten nicht freigegebener Eisflächen. Das Eis brauche eine Dicke von mindestens 15 Zentimetern bei stehenden und von 20 Zentimetern bei fließenden Gewässern, um entsprechend tragfähig zu sein, so die Lebensretter. Aber auch dann sollte jeder gewisse Regeln beachten, etwa nie allein aufs Eis gehen.

Sollte es trotz Freigabe unter den Füßen knistern und knacken, heißt es, sollte das Eis sofort verlassen werden. Denn wie so oft im Leben, kann auch in diesem Fall falsch verstandener Wagemut unabsehbare Folgen haben. Zumal die Temperaturen für eine wirklich dicke Eisfläche derzeit noch zu niedrig sind.

Michael Vaupel



Kommentare
Aus dem Ressort
Wittenerin geschockt über Missbrauch ihrer Pferde in Hagen
Tier-Missbrauch
Bilder einer Überwachungskamera liefern den Beweis: Das Pferd einer Wittenerin wurde auf einer Weide in Hagen missbraucht. Die 55-jährige Pferdeliebhaberin hatte die Kamera installiert, weil ihr das Verhalten der Tiere merkwürdig vorkam. Am Freitag kam es dann zu der entsetzlichen Tat.
Schulleiter in Witten finden weniger Klassen nicht sinnvoll
Schule
Stadt will Zügigkeit der drei Realschulen ab dem Schuljahr 2015 beschränken und weniger auswärtige Schüler aufnehmen. Schulflächen sollen sinkenden Schülerzahlen angepasst werden. Sieben statt acht Klassen geplant. Schulleiter sind skeptisch
Witten erhält knapp 150 000 Euro für Sturmschäden
Sturmschäden
Knapp 150 000 Euro erhält die Stadt Witten vom Land NRW für die Schäden, die das verheerende Pfingstgewitter Ela verursachte. Das teilte gestern die NRW-Staatskanzlei mit. Witten könnte von der unbürokratischen Schätzung des Innenministeriums profitieren.
65-Jähriger lebt seit 2007 im Wittener Altenheim
Herbede
In Seniorenzentren leben doch nur alte Menschen? Weit gefehlt. Auch wer so krank ist, dass er allein zu Hause nicht mehr zurecht kommt, kann hier wohnen. Helmut Klein ist 65 Jahre alt und seit Mai 2007 im Herbeder St. Josefshaus. Er hat uns seine Geschichte erzählt.
„Ruhrpumpen“ kam wie Phönix aus der Asche
Industrie-Serie
Der 28. Februar 1997 wird wohl immer einen Platz in der Wittener Geschichte einnehmen. Erstmals hatte eine mexikanische eine deutsche Firma übernommen – den Pumpenhersteller „Ruhrpumpen“. Für 122 Mitarbeiter war es das Ende von monatelangem Hoffen und Bangen um den Erhalt der Arbeitsplätze.
Ihre Meinung

Das Freibad in Annen hat noch bis zum 14. September geöffnet . Andere Städte schließen ihre Bäder wegen des schlechten Wetters. Was denken Sie: Sollte das Freibad noch so lange geöffnet haben?

 
Fotos und Videos
Bendzko singt Grönemeyer-Songs
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Fans tanzen mit Parov Stelar Band
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr