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Anschlag

Gläubige sind nach Moscheebrand fassungslos

14.04.2015 | 12:45 Uhr
Brandanschlag auf die Moschee in der Wideystrasse in WittenFoto: Thomas Nitsche

Witten.  Am Dienstagmorgen brannte der Gebetsraum einer Moschee in Witten. Zusammenhang mit weiterem Brand an Jugendzentrum ist möglich.

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Witten, 14.04.2015: Im Gebetsraum der Moschee hat es am frühen Morgen gebrannt. Die Stadtspitze und der Moscheeverein zeigen sich entsetzt.

Ein Brand in der Sultan Ahmet Moschee an der Wideystraße ist gerade noch einmal glimpflich ausgegangen. Überwachungskameras filmten einen Unbekannten dabei, wie er in der Nacht zu Dienstag, um 23.50 Uhr, den Teppich im großen Gebetsraum anzündet. In dem Haus leben drei türkische Familien. Doch das Feuer erlosch nach wenigen Minuten von selbst.

Erst der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde Wittens, Veysel Arslan, und einige Gläubige entdeckten um 5.30 Uhr den verrauchten Gebetsraum und riefen die Feuerwehr. Der Teppich ist stark verkohlt, eine Empore vom Feuer „angefressen“. Es riecht noch Stunden später nach Rauch.

Kommentar
Zusammenstehen gegen Fremdenhass
Zusammenstehen gegen Fremdenhass

Dass Witten keine Insel der Glückseligen ist, wissen wir. Trotzdem hätte hier wohl niemand mit diesem feigen Brandanschlag auf eine türkische Moschee gerechnet. Nicht hier in der Stadt der 113 Nationen, die seit vielen Jahren friedlich miteinander leben.

Die Hintergründe sind noch nicht klar, deshalb sollte man mit vorschnellen Urteilen vorsichtig sein. Hat die Tat einen islamfeindlichen Hintergrund? Oder war es ein Feuerteufel, der einfach gerne zündelt, ob in der Moschee oder ein Stück weiter im Haus der Jugend?

Klar ist: Witten muss zusammenstehen gegen jede Art von Fremdenfeindlichkeit. Übrigens: Wittener Muslime sind keine Fremde, sie sind unsere Mitbürger!

Brandursache war zunächst ein Rätsel

Die Aufregung unter den 400 Gemeindemitgliedern ist an diesem Morgen groß. Denn wie es zu dem Brand kam, kann sich zunächst keiner erklären: Nach dem Nachtgebet um 22.30 Uhr mit 20 Personen hatte man die Moschee abgeschlossen. „Ich hatte noch alles kontrolliert“, sagt Arslan. Und was sollte sich in dem schön gefliesten und mit hochwertigen Teppichen ausgelegten Gebetsraum schon von selbst entzünden? Dort befinden sich kaum Elektroinstallationen. Kerzen oder Ähnliches werden nicht benutzt.

Doch noch bevor die Polizei angibt, dass man „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ von Brandstiftung ausgehen kann, haben schon etliche Gemeindemitglieder die Bilder von den sechs Überwachungskameras angesehen, die kaum Zweifel an einem Brandanschlag lassen: Gegen 23.50 Uhr betritt ein unbekannter Mann das Gelände.

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Witten, 14.04.2015: Im Gebetsraum der Moschee hat es am frühen Morgen gebrannt. Die Stadtspitze und der Moscheeverein zeigen sich entsetzt.

Brandstifter gießt Benzin über Teppiche

Er trägt einen Benzinkanister und hebelt an der Rückseite des Gebäudes das Fenster eines Waschraums auf. Das Benzin gießt er in Schlangenlinien über die Teppiche, er zündet es an und verlässt das Gebäude durch die Vordertür. Zum Glück geht das Feuer in dem Saal, in dem alle Fenster verschlossen sind, nach wenigen Minuten von selbst aus.

Drei Familien leben im Haupttrakt des Gebäudes, darunter der Hodscha (der islamische Vorbeter) mit Frau und Kindern. „Das hätte schlimm enden können. Und das hat der Täter einfach in Kauf genommen“, sagt Levent Celik vom Vorstand der Moscheegemeinde sichtlich erschüttert.

Staatsschutz ermittelt

Seit 1977 ist das einstige Männerwohnheim der Deutschen Bundesbahn in Besitz der türkisch-islamischen Gemeinde. Auch viele Schwarzafrikaner und bosnische Serben beten dort. Das Gelände haben die Mitglieder ehrenamtlich und mit eigenen Geldern hergerichtet. „Einen solchen Vorfall hat es noch nie gegeben“, sagt Celik. Die Frage, ob dies ein fremdenfeindlicher Anschlag ist, spricht niemand aus. Aber jeder stellt sie sich.

In einer eigens eingerichteten Ermittlungskommission der Polizei arbeitet auch der Staatsschutz mit. Man könne nicht ausschließen, dass es sich beim Motiv um einen fremdenfeindlichen Hintergrund handelt, sagt Polizeisprecher Axel Pütter, eben „weil es sich um eine Moschee handelt“.

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Ermittler suchen Zusammenhang zu weiterem Brand

Zur Schadenshöhe wollte sich die Polizei am Dienstag nicht äußern. Nur so viel: Es sei „hoher Gebäudeschaden entstanden“ – nicht nur am Teppich, vor allem durch den starken Ruß. Zudem suchen die Ermittler nach einem Zusammenhang mit einem weiteren Brand: In derselben Nacht haben Unbekannte eine Tür des nahen „Haus der Jugend“ an der Nordstraße angezündet.

Auch hier kam Brandbeschleuniger zum Einsatz. Man müsse schauen, so Pütter, „ob da jemand an mehreren Stellen sein Unwesen treibt“.

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Kommentare
22.04.2015
11:37
Liebe WAZ, wie wichtig ist denn Ihrer Meinung nach
von vomDach | #17

der Brandanschlag auf das Haus der Jugend? Scheinbar nicht so wichtig, denn man liest nichts mehr!

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Gläubige sind nach Moscheebrand fassungslos
Gläubige sind nach Moscheebrand fassungslos
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http://www.derwesten.de/staedte/witten/gebetsraum-brannte-in-tuerkischer-moschee-in-witten-id10561266.html
2015-04-14 12:45
Witten