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Ganztag in Vormholz zieht wegen Baumängeln um

23.02.2016 | 17:51 Uhr
Ganztag in Vormholz zieht wegen Baumängeln um
Das Gebäude der OGS der Vormholzer Grundschule in Witten hat so viele Schäden, dass die OGS umziehen muss.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   In Witten-Vormholz hätte es fast keine erste Klasse gegeben, weil die Schule wegen Baumängeln keine Betreuungsplätze anbieten konnte.

Dass Kinder bis nachmittags betreut werden, kann für einen Grundschulstandort inzwischen entscheidend sein. „Wenn die Eltern keinen Betreuungsplatz bekommen, orientieren sie sich um. Weil immer häufiger beide Elternteile arbeiten“, sagt Alexandra Schüler-Schlieper, Leiterin der Grundschule Vormholz. An der kleinen Schule am Stadtrand kam es zu einer besonderen Situation: Die Schule hätte in diesem Sommer keine erste Klasse bilden können, weil nicht genug Plätze für die Offene Ganztagsschule zur Verfügung standen.

Massive Schimmelschäden

Grund ist ein baufälliger Holzpavillon, in dessen drei Räumen bislang vier Mitarbeiterinnen des DRK die Kinder im Ganztag betreuen. Einer der Räume ist schon seit längerer Zeit abgeschlossen – wegen „massiven Schimmelschäden, Ungezieferbefall und einem Wasserschaden“, weiß eine Mutter. Klar ist: Die Offene Ganztagsschule (OGS) muss ausziehen. Wohin, war zunächst unklar. Deshalb sollten weniger Kinder einen Betreuungsplatz erhalten.

Laut Schuldezernent Frank Schweppe ist eine Lösung aber bereits gefunden worden: Die OGS zieht in das Erdgeschoss des Schulgebäudes, dorthin, wo bislang Lehrerzimmer und Sekretariat untergebracht sind. Diese ziehen zur Überbrückung in die zwei noch annehmbaren Räume des Pavillons. Im Jugendhilfe- und Schulausschuss erging jetzt der Auftrag an die Schulverwaltung, dass die direkt benachbarte Hardenstein-Gesamtschule in den Sommerferien Räume für die Grundschule freiziehen solle. Erst vor kurzem verringerte die Gesamtschule die Zahl ihrer Klassen pro Stufe von fünf auf vier, so dass zwei Zimmer in dem Gebäude verfügbar sein sollen. Dort sind Stufe fünf und sechs untergebracht.

Jedes zweite Kind bleibt bis nachmittags

104 Kinder besuchen die Vormholzer Grundschule, 56 davon haben einen Ganztagsplatz. „Der Bedarf ist aber noch viel höher“, sagt Rektorin Schüler-Schlieper, die zurzeit die Ablehnungen für einen Betreuungsplatz verschicken muss. „Die Anfragen steigen in jedem Jahr“, sagt sie. „Und die Eltern sind auf die OGS angewiesen.“

Den gesellschaftlichen Wandel, dass immer mehr Mütter arbeiten gehen, kann man an allen Wittener Grundschulen feststellen. Von den insgesamt 2930 Wittener Grundschülern werden 1472 auch in der OGS betreut – das sind gut die Hälfte. Seit dem Schuljahr 2003/2004 sind Zug um Zug an allen 17 Wittener Grundschulen Ganztagsschulen eingerichtet worden. Damals, erinnert sich Schuldezernent Frank Schweppe, sei man von einem Betreuungsbedarf für 25 Prozent aller Kinder ausgegangen. Mittlerweile sei man bei 50 Prozent.

Kann die Zahl der Betreuungsplätze denn noch wachsen? „Das geht nur, wenn man an den Schulen dazu übergeht, mehrere Nutzungen in einem Raum zuzulassen.“ Für den Standort Vormholz sieht er keine Wachstumsmöglichkeiten: „Dort bleibt es eng.“

Susanne Schild

Kommentare
24.02.2016
12:56
Ganztag in Vormholz zieht wegen Baumängeln um
von Der_Neue_aus_Witten | #1

Es geht ja nicht nur um die 1. Klasse. Tatsache ist, wenn es weniger wie 92 Kinder an der Schule gibt, muss diese schließen. Und da der Bedarf an...
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Ganztag in Vormholz zieht wegen Baumängeln um
Ganztag in Vormholz zieht wegen Baumängeln um
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http://www.derwesten.de/staedte/witten/ganztag-in-vormholz-zieht-wegen-baumaengeln-um-id11592380.html
2016-02-23 17:51
Witten