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Gabriele Gramckow verlässt Ratsfraktion der Linken

13.05.2011 | 17:25 Uhr
Gabriele Gramckow verlässt Ratsfraktion der Linken
Gabriele Gramckow / Die Linke, im Rat der Stadt Witten seit 9.11.2009. Foto: Horst Müller / WAZ FotoPool

Witten.Ab sofort sitzen im Rat vier fraktionslose Kommunalpolitiker: Gabriele Gramckow (54) hat mit sofortiger Wirkung ihren Austritt aus der Linksfraktion erklärt.

Ratsmandat und Parteimitgliedschaft wolle sie behalten, so die Ratsfrau auf Anfrage unserer Zeitung. „Ich werde künftig unabhängig von der Fraktion linke Politik machen.“

Die Begründung für das Verlassen der Fraktion liest sich wie ein Schlag ins Gesicht der verbleibenden Fraktionsmitglieder Stefan Krug, Hans-Peter Skotarzik und Jürgen Wolf: „Aufgrund unüberbrückbarer Differenzen ist es mir nicht mehr möglich, mit einigen Mitgliedern der Linksfraktion Witten zusammenzuarbeiten. Einen gewissen Teil meiner Entscheidung nehmen sicherlich vorhandene charakterliche Defizite bei einigen dieser Fraktionskollegen ein. Das Vertrauensverhältnis ist unwiederbringlich zerstört.“

Von den „charakterlichen Defiziten“ weiß David Staercke, Sprecher des Kreisverbands der Linken, nichts: „Der Kreisvorstand ist sehr überrascht über den Schritt der Genossin, da sie mit uns bisher nicht über unüberbrückbare Differenzen gesprochen hat. Wir wissen daher nicht, was sie veranlasst hat, die Fraktion zu verlassen, und sind bestürzt. Natürlich werden wir mit ihr das Gespräch suchen.“ Die aus Witten stammende Landessprecherin Katharina Schwabedissen erfuhr von Gramckows Schritt durch den Anruf unserer Zeitung: „Ich bin völlig überrascht.“

Fraktionschef Stefan Krug räumt ein, „es gibt Leute in der Fraktion, die sich nicht verstehen. Es gab oft unterschiedliche Meinungen bei großen Teilen der Fraktion und Frau Gramckow, wie in bestimmten Situationen vorzugehen sei. Es ist ein Streit entbrannt, am Mittwoch hatten wir in der Fraktionssitzung überlegt, einen Moderator einzuschalten. Finanziell schädigt uns dieser Schritt erheblich.“ Staercke: „Ich hoffe, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“

Bernd Kassner

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