Fußball aus dem Bauch heraus
03.08.2010 | 18:38 Uhr 2010-08-03T18:38:00+0200
Witten. Alexandra Popp ist noch ein „Küken“ in ihrem Beruf, aber bereits Weltmeisterin. Die 19-Jährige, seit 2008 Profi des Fußball-Bundesligisten FCR Duisburg, gewann gerade den Titel mit der U-20-Frauen-Nationalmannschaft.
Wie fühlt man sich als frisch gebackene U20-Weltmeisterin?
Im Grunde habe ich das Ganze noch gar nicht realisiert, aber es ist ein Wahnsinnsgefühl. Gerade wenn einem 25 000 Zuschauer zujubeln. Das kannte ich bis dahin nur vom Uefa-Cup-Finale mit dem FCR Duisburg.
Der Frauenfußball hat in den vergangenen Jahren einen wahren Boom erlebt. Wie erklären Sie sich den Erfolg?
Der Frauenfußball hat sich immens weiterentwickelt. Dazu gehört, dass die Frauen hart an sich gearbeitet haben, sie spielen moderneren Fußball als früher. Und die Erfolge geben uns Recht: 2003 und 2007 sind die deutschen Frauen mit der A-Nationalmannschaft Weltmeister geworden. Das wollen wir im nächsten Jahr wiederholen.
Erfolge, die auch viele andere junge Mädchen zum Fußballspielen bringen. Wie sind Sie eigentlich dazu gekommen?
Meine Mutter hat mich schon zum Fußballplatz gebracht, als sie mit mir schwanger war. Da habe ich quasi meinem Vater aus der Bauchhöhle beim Kicken zugesehen. Das hat mich wohl angesteckt (lacht).
Der ganze Rummel um Sie hat zugenommen. Was machen Sie, um mal zwischendurch abzuschalten?
Ich gehe gerne mit meinen Freunden aus, dabei kann ich am besten abschalten. Oder ich bekomme den Kopf beim Fahrrad fahren frei.
Sie sind in Witten geboren, später in Wengern aufgewachsen. Welche Verbindung haben Sie zur Region?
Meine beiden Großeltern wohnen noch in Wengern, die besuche ich öfters. Am liebsten esse ich dann Omas Bohneneintopf, der ist super! Außerdem habe ich hier in der Ecke noch einige Freunde, bei denen ich ab und zu vorbeischaue. In Witten war ich auch schon oft: Hier war mein Sportarzt und mit meiner Mutter war ich ab und zu shoppen. Im Beach Center am Kemnader See spiele ich zwischendurch mal gerne Volleyball.
Und wo wohnen Sie? Noch bei den Eltern oder haben ihre eigene Wohnung?
Ich lebe noch bei meinen Eltern in Gevelsberg-Silschede. Das Geld als Fußballprofi bei den Frauen ist noch relativ gering. Aber wer weiß, wie sich das entwickelt.
Stichwort Schule: Haben Sie trotz Fußballkarriere einen Abschluss gemacht?
Ja. Seit kurzem habe ich mein Fachabi in der Tasche, das ich an der Fußballschule des FC Schalke 04 gemacht habe. Mal sehen, später möchte ich vielleicht etwas im Bereich Physiotherapie machen.
Das in Schalke ist doch eigentlich eine Schule für Jungs. Wie war das für Sie als junge Frau zwischen all den männlichen Spielern?
Am Anfang war die gegenseitige Skepsis natürlich erstmal groß. Aber die Jungs haben mich gut aufgenommen. Daran, dass ich mich nicht durchsetzen könnte, habe ich eigentlich nie gedacht. Ich bin sehr selbstbewusst und wollte zeigen, was ich drauf habe.
Unter ihren zahlreichen Fans sind natürlich auch viele männliche. Dürfen die sich noch Hoffnungen machen?
(lacht) Nein, leider nicht mehr.
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