Für Wittener Bürgermeisterin wird’s nun richtig schwer

Sportdezernent Frank Schweppe (li.) tritt im parteiinternen Wettstreit der SPD um die Bürgermeisterkandidatur gegen Amtshinhaberin Sonja Leidemann (2.v.re.) an.
Sportdezernent Frank Schweppe (li.) tritt im parteiinternen Wettstreit der SPD um die Bürgermeisterkandidatur gegen Amtshinhaberin Sonja Leidemann (2.v.re.) an.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Frank Schweppe (SPD) hat gute Chancen, als Bürgermeisterkandidat von SPD und CDU ins Rennen zu gehen. Amtsinhaberin Leidemann gibt aber nicht auf.

Witten..  Sie selbst gibt sich entspannt und rechnet sich weiterhin Chancen aus, von der SPD als Bürgermeisterkandidatin nominiert zu werden. Doch die besseren Karten scheint Frank Schweppe zu haben, ihr Erster Beigeordneter.

Er hatte gerade erst offiziell erklärt, innerhalb der SPD als Kandidat antreten zu wollen, da wurde bekannt, dass die CDU ihn als gemeinsamen Kandidaten der großen Ratskoalition mittragen würde. Jetzt hängt alles von den 13 SPD-Ortsvereinen ab, deren Delegierte am 7. März über den Kandidaten entschieden. Am Freitag (6.2.) endete die Vorschlagsfrist. Sonja Leidemann und ihr Vize im Rathaus kandidieren im parteiinternen Wettstreit der SPD nun gegeneinander. Sonst wurden keinerlei Vorschläge bekannt.

Vormholz fordert Mitgliederentscheid

Es soll zwar SPD-Ortsvereine geben, die es Schweppe krumm nehmen, sich schon bei der CDU vorgestellt zu haben, ohne überhaupt von der eigenen Partei aufs Schild gehoben worden zu sein. Dennoch wird mit einer Mehrheit der Delegierten für ihn gerechnet. Sonja Leidemann hat bisher nur die kleineren Ortsvereine auf ihrer Seite.

Vormholz ist der einzige Ortsverein mit drei Delegierten in der Vertreterversammlung, der sich bisher für die amtierende Bürgermeisterin ausgesprochen hat. Aus seinen Reihen soll ein neuer Antrag stammen, einen Mitgliederentscheid in der Kandidatenfrage herbeizuführen. Was im Sinne Leidemanns wäre, die vehement eine solche Befragung im Vorfeld der Vertreterversammlung fordert.

„Politische Bankrotterklärung der CDU“

Am Freitag berief sie sich sogar auf NRW-Bauminister Michael Groschek, der wegen einer anderen Veranstaltung in Witten weilte. In seiner Heimatstadt Oberhausen würden alle wichtigen Personalfragen per Mitgliederentscheid bestimmt, habe Groschek ihre Position untermauert, so Leidemann.

Der CDU wirft sie nach dem Signal pro Schweppe am Donnerstagabend im Gesamtvorstand eine „politische Bankrotterklärung“ vor. Weil die Union keinen eigenen Kandidaten gefunden habe, unterstütze sie nun einen SPD-Kandidaten, „der nicht mal von der SPD nominiert ist“. Auch CDU-Mitglieder seien davon überrumpelt worden.

Schweppe will rotschwarzes Bündnis unterstützen

Schweppe habe zugesagt, das rot-schwarze Bündnis zu unterstützen, sagt ein Ratsherr der Union. Selbst Streitthemen wie die Verlegung der Hardenstein-Schule „scheinen lösbar zu sein“. Man traue ihm zu, sich in der Verwaltung durchzusetzen und auch „kreativer“ mit dem Thema Personalplanung umzugehen.

Der CDU-Mann räumt ein, dass die Suche nach einem anderen, parteilosen gemeinsamen Kandidaten gescheitert sei. Man habe mit Beigeordneten, Kämmerern und Wirtschaftsförderern aus anderen Städten gesprochen. „Aber es wollte keiner.“