Für den Ernstfall permanent üben
24.10.2007 | 18:41 Uhr 2007-10-24T18:41:13+0200Krisenmanagement erfordert gute Koordination und Kommunikation. Fachleute trafen sich zum ersten Sicherheitsforum im Forschungs- und Entwicklungszentrum. Terrorbekämpfung und Naturkatastrophen
Der Hinweis, der am Ende zur Festnahme der Terroristen im Sauerland führte, kam von den Amerikanern. Dieses Beispiel macht deutlich, wie wichtig eine enge und gut funktionierende Zusammenarbeit ist, wenn es darum geht, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Dies gilt bei der Terrorismusbekämpfung ebenso wie bei Unglücken und Naturkatastrophen.
Das Institut für Wirtschafts- und Sicherheitsstudien (Firmitas) und Grotholtmann E-Business Services hatten gestern zu einer Fachtagung ins Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) eingeladen, um die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und aufzuarbeiten.
Dabei ging es sowohl um den Bevölkerungsschutz im Spannungsfeld von Klimawandel und Naturkatastrophen, als auch um die Frage, inwieweit die Krisenstäbe in Deutschland und speziell in Nordrhein-Westfalen auf Terroranschläge vorbereitet sind.
Zur Abwehr von Gefahren, die aus diesem Bereich kommen, sei Deutschland gut aufgestellt, zog Dr. Hans-Walter Borries, Geschäftsführender Direktor von Firmitas, ein Fazit aus einem Vortrag von Rolf Tophoven, Direktor des Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik in Essen.
"Die Terroristen sind mitten unter uns. Nur eine kühle Analyse versetzt uns in die Lage, den Gegner zu erkennen", sagte Tophoven. Eine Bekämpfung basiere auf einer klaren Bewertung der Lage, einen Königsweg gebe es nicht. Tophoven: "Je schlimmer die Bedrohung ist, desto souveräner müssen wir dem entgegen stehen."
Das Schneechaos im westlichen Münsterland im November 2005 nahm Dr. Hermann Paßlick, Mitglied im Verwaltungsvorstand des Kreises Borken, zum Anlass, über die Arbeit und Struktur von Krisenstäben einer Kreisverwaltung in lang anhaltenden Krisenlagen zu referieren. Hier habe sich gezeigt, wie wichtig eine überregionale Zusammenarbeit ist. Auf die Frage, was und wie viel politische Entscheidungsträger aus dieser Naturkatastrophe gelernt hätten, gab es eine knappe Antwort: "Dies ist zumindest nicht erkennbar."
Ein Unglück mit vielen Verletzten oder eine Naturkatastrophe wie im Münsterland oder wie der Orkan Kyrill können jederzeit eintreten. Krisenstäbe und Hilfsorganisationen müssen in der Lage sein, Einsätze zu koordinieren. "Üben", so Dr. Borries, "ist Grundvoraussetzung eines guten Krisenmanagements."
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