Tiere
Fuchsjagd in Kämpen
06.08.2010 | 15:21 Uhr 2010-08-06T15:21:00+0200
Witten.Der in einem Garten in Herbede-Kämpen geschossene junge Fuchs (wir berichteten) kam nicht aus dem Wald, sondern ist bei Anja Jakob aus der Markenstraße aufgewachsen, wohin er noch regelmäßig zurückkehrte.
„Er war noch ein Baby, als ich ihn bekam. Ich habe ihn mit der Flasche groß gezogen.“ Sie ärgert sich darüber, dass Anwohner das Tier beim ersten oder zweiten Auftauchen gleich hätten „abknallen“ lassen. Die 39-Jährige betont, dass sie niemanden an den Pranger stellen wolle und dem herbeigerufenen Jäger keinen Vorwurf mache. Der Fuchs hätte sein Halsband verloren und deshalb sei nicht erkennbar gewesen, dass es sich nicht um ein Wildtier im klassischen Sinne gehandelt habe. Ihren „dicken Hals“, also ihre Wut, erklärt Anja Jakob so: Wer am Wald wohne, müsse eben damit rechnen, „dass auch mal ein Eichhörnchen oder eben ein Fuchs im Garten steht“.
Die von ihr aufgezogene Jungfüchsin „Luzie“ sei mit acht Tagen aufgefunden und ihr von einer Tierschutzorganisation übergeben worden, sagt Anja Jakob. Gleichzeitig betont sie, dass man Wald- und Wildtiere eigentlich nicht zuhause halten solle. Denn gerade wenn es darum geht, die Tiere wieder auszuwildern, kann es Probleme geben, weil sie sich so an die Menschen gewöhnt haben. Die Füchsin sei erst seit Freitag allein unterwegs gewesen und bisher stets spätabends zurückgekehrt.
Anja Jakob, die auf ihrem großen Grundstück auch zwei Hunde, ein Pferd und sogar vier Waschbären hält, betont: „Luzie war sehr zahm.“ Sie habe nur Mäuse gejagt und Hundefutter gefressen. Alle Nachbarn in der Nähe und Spaziergänger hätten Bescheid gewusst. Anja Jakob: „Ich lasse doch sonst einen Fuchs nicht frei rumlaufen.“
Der städtische Forstwirtschaftsmeister Wolfgang Rothe war über eine Anwohnerin aus der Wagenfeldstraße informiert worden und hatte daraufhin den für dieses Revier zuständigen Jäger benachrichtigt. Wenn sich Füchse Häusern so stark näherten - Lucie kam sogar auf die Terrasse - und komisch verhielten, „müssen wir von der Forst- und Jagdbehörde darauf reagieren“, sagt Rothe. Es sei nie auszuschließen, dass das Tier krank sei, etwa den Fuchsbandwurm oder sogar Tollwut habe. Wobei es äußere Anzeichen in diesem Falle wohl nicht gegeben hat. Und die Tollwut ist in Witten zum Glück seit vielen Jahren nicht mehr aufgetreten.
Luzie war entwurmt und geimpft, betont Anja Jakob, was sie aber nicht vor dem Abschuss schützte. Die Füchse - über 1000 wurden im letzten Jagdjahr im EN-Kreis getötet - drängten als Kulturnachfolger des Menschen immer stärker in die Siedlungen, erklärt der für Kämpen zuständige Jäger Andreas Becker.
Erst kürzlich sei „Am Huchtert“ ein Hühnerstall „komplett auf links gezogen“, in einem anderen Falle zwei Zwergkaninchen gerissen worden. Becker: „Das sind Beispiele, die uns zwingen zu handeln.“ Die Aufzucht von Wildtieren solle man Wildparks überlassen, wo die Tiere artgerecht leben könnten.
Nicht ganz klar ist allerdings, ob der Fuchs in diesem Falle wirklich geschossen werden durfte. Denn „Haus- und Hofgärten“ gelten nach Angaben der Unteren Jagdbehörde als „befriedeter Bezirk“. Hier sei das Jagen allerhöchstens mit Einzelfallgenehmigung gestattet, sagt Mitarbeiter Herbert Buchenauer. „Etwa wenn ein Kind angefallen wurde.“ Jäger Andreas Becker bestätigt, dass es befriedete Bezirke innerhalb eines Jagdbezirks gebe. Gleichzeitig verweist er auf „Sonderklauseln zur Schadenabwehr“.
Jungfüchsin Luzie wurde nur vier Monate alt. In einem anderen Fall gelang Anja Jakob das Auswildern eines Tieres besser. Es handelte sich um ein Reh. „Das rennt hier schon seit vier Jahren rum.“
22:35
Es ist doch immer das Selbe. bevor man sich erkundigt, ruft man die Jäger bei denen eh der Finger locker am Abzug sitzt. Wann lernen die Menschen endlich das auch Wildtiere ein recht auf Leben haben?!
Ich kann dem Bericht von Regina nur zustommen.
15:38
Es ist nicht gesetzlich verboten, verletzten oder verwaisten Wildtieren zu helfen, man muss jedoch die entsprechenden Behörden darüber Informieren und ausreichend Fachkompetenz über Aufzucht und Auswilderung sollte selbstverständlich sein. Natürlich ist eine Gehegaufzucht immer die beste Lösung, sofern genügend Auslaufmöglichkeit (Garten,Weideland) vorhanden ist, gibt es bei ausreichendem Fachwissen und Auslauf auch keine Auswilderungsprobleme bei einer Welpenaufzucht im Haus, eine sogenannte Fehlprägung ist nicht zu erwarten, da zum ende der Aufzucht die Lösungs,-/Rückprägephase bei Füchsen stattfindet. Gerade den Jägern dürfte bekannt sein das Füchse zwar monogam sind jedoch nicht in Rudeln oder Gruppen. leben, wie zBsp Wölfe oder Waschbären.
Was mich auch immer wieder verblüft ist die unkenntnis über Krankheiten, insbesondere die Tollwut. In beinah allen Medien wurde darüber berichtet das nicht nur NRW sondern die gesamte BRD sowie auch fast alle angrenzenden Länder seit Jahren Tollwutfrei sind. So mit ist eine Tollwutinfektion auszuschließen, auch gegen den Fuchsbandwurm und die Fuchräude gibt es Medikamente, im übrigen ist die wahrscheinlichkeit sich am eigenen Haustier mit dem Fuchsbandwurm zu infzieren wesentlich höher, denn Hunde und auch Katzen können diesen Parasiten übertragen.
Verwunderlich das es trotz all dieser totbringenden Krankheiten und Seuchen die angeblich ausschließlich Füchse übertragen es noch soviele lebendige Jäger gibt. Sie zählen doch zu der Menschengruppe die am häufigsten körperlichen Kontakt zu Füchsen haben, ich sah noch keinen Jäger der seine stolz erlegten Füchse mit Gummihandschuhen trug.
Doch was nutzt die ganze Empörung, solang keiner handelt, sofern Frau Jakob ein wenig Rückrat besitzt sollte sie, sofern der Fuchs in einem befriedeten Bereich geschossen wurde, Strafanzeige erstatten, denn in befriedeten Bezirken darf nur mit Sondergenehmigung geschossen werden. Somit hat der Jäger eine Straftat begangen die zur Anzeige gebracht werden sollte, evtl wird ihm der Jagdschein entzogen, ein saftiges Bußgeld wird er in jedem Fall zahlen müssen, sofern er ohne Genehmigung in einem befriedeten bezirk geschossen hat..Auch die Aussage bez der Schadenabwehr lässt mich schmunzeln, hat der neugierige Jungfuchs etwa jemanden bedroht?? oder welchen Schaden hat der junge Fuchs denn ggF angerichtet ??Es muss also erst mal ein Schaden da sein um diese sinnlose Tötung des Jungfuchses zu rechtfertigen.
Ich hoffe Frau Jacob setzt sich auch nach dem Tot des Füchsleins für diese wunderbaren Geschöpfe ein. Das geht auch indem man Straftaten anzeigt und sie nicht einfach so hinnimmt. RIP kleiner Fuchs.
14:16
Wenn man noch nicht einmal den zuständigen Revierförster über die private Aufzucht von Füchsen unterrichtet und diese anschließend frei herum laufen lässt, muss man sich nicht wundern, wenn der Jäger seinen gesetzlichen Pflichten nachkommt.
Man kann nur hoffen, dass Frau Jakob jetzt nicht noch anfängt auch ihre vier Waschbären frei herum laufen lässt. Diese Tiere sind eine echte Plage für Natur und Mensch und gehören nicht in unsere heimischen Wälder, sondern wurden aus den USA eingeschleppt. Konsequente Bejagung ist angesagt!
00:56
Füchse gehören nicht in einen Privathaushalt oder eine Wohnsiedlung. Wenn man einen solchen findet, sollte dieser bei den zuständigen Stellen zur Aufzucht und vernünftigen Auswilderung abgegeben werden. Unabhängig davon, dass wilde Tiere nicht ins Wohnzimmer gehören, bleiben Sie immer wild. Dann können sie, ohne die übliche Scheu vor menschlichen Siedlungen eben diesen Menschen und ihren Haus-/Nutztieren gefährlich werden. Direkt oder indirekt durch die Übertragung von Krankheiten. Ein Abschuss ist also unumgänglich.
01:00
Es ist einfach der Machtrausch, töten zu können, sonst ist die Jagd gar nix ausser Naturvernichtung. Wer sich in der Restnatur bewegt sieht es ja, kein halbwegs natürlicher Pflanzen/Baum/Heckenwuchs, keine Tiere, nicht mal Insekten ........
Sehr bedenklich, dass sich die Bevölkerung noch immer von 1 % der Totschiesser einreden lässt, das müsse so sein. Noch bedenklicher, dass bei allen Gschaftln diese Tötungsclique sich auch noch ihre Taschen stopft. Bei allen Skandalen - immer wurden sie auf der Jagd besprochen.
Armer Fuchs!
18:54
In Deutschland wurden im Jagdjahr 2002/03 von Jägern 642.892 Füchse getötet. Jäger behaupten gern, daß Beutegreifer wie Fuchs, Marder, Dachs und Raubvögel den Bestand an rückläufigen und seltenen Arten wie Hase, Rebhuhn, Auer- und Birkhuhn gefährden und daher bejagt werden müssen. Aber in keinem Ökosystem gefährden Raubtiere den Bestand ihrer Beutetiere. Revierbildende Tiere wie Füchse können ihren Bestand selbst regulieren, z.B. über Revierbesitz, Fortpflanzungsverhalten oder Anzahl ihrer Nachkommen. Durch eine verschärfte Bejagung werden vormals besetzte Reviere frei. Um diese Reviere kämpfen noch nicht nidergelassene Tiere. Durch die Ortsveränderungen und die bei den Kämpfen auftretenden Verletzungen breitet sich der Tollwutvirus aus.
14:52
Ist ja schön, die Natur. Kann man drin rumlaufen und sie auch noch schützen. Dann ist man wenigsten ein guter Mensch. Aber wehe, die Natur kommt zu uns in die Städte. Dann muß man sich vor ihr wehren. Also vernichten, denn vielleicht möglicherweise oder überhaupt könnte man dann krank werden. Oder Wildtiere verhalten sich nicht so, wie wir es gerne hätten.
Das manche Menschen einen besonderen Draht zu Tieren haben, ist nichts neues. Das umgekehrt auch Wildtiere unter entsprechenden Umständen ( keine Krankheiten ) eine Beziehung zu Menschen aufbauen, ist auch nicht neu.
Nur ist es angeblich nicht artgerecht oder unnatürlich. Wenn es unnatürlich wäre, würden die Tiere sich nicht so verhalten. Wenn ein Tier durch ein enges Verhältnis zum Menschen für sich Vorteile hat, dann wird es die auch nutzen. Immerhin sind wir so zu unseren Haus- und Nutztieren gekommen.
Wenn sich Wildtiere nicht immer lehrbuchmäßig verhalten, könnte es auch daran liegen, daß sie nicht lesen können. Außerdem sind Tiere keine programmierten Computer, die sich immer gleich verhalten.
Mal ganz abgesehen davon, was wissen wir schon wirklich über Tiere? Wir können sie nur beobachten und daraus Schlüsse ziehen. Ob die Schlüsse richtig sind, werden wir wohl nie wissen. Niemand kann sich in ein Tier verwandeln, um dann am eigenen Leib dessen Leben, Denken und Fühlen zu erfahren.
Freuen wir uns doch lieber, mal ein Wildtier in der Stadt zu sehen, statt es gleich zu bekämpfen. Selbst wenn es mal „Schaden“ anrichtet.
Sonst bleibt leider nur noch die alte Wildwest-Methode: Erst schießen, dann fragen.
13:08
Durch solche Artikel werden Jäger wieder in ein völlig falsches Licht gerrückt!
Von überpopulation habt ihr noch nie was gehört?
Die daraus folgenden Probleme und Krankheiten will dann natürlich wieder niemand wahr haben!
10:42
Es wird allmählich Zeit diesen Freizeitkillern
Einhalt zu gebieten. Es wird gar nicht erst nach
einer Lösung gesucht, nein Flinte raus und
abballern. Die Hemmungslosigkeit und das
offenbare Vergnügen am Töten erschreckt immer
wieder.
Im Mittelalter wurde auch gejagt, aber um das
Fleisch der Tiere zu essen und das Fell zu
nutzen. Heute ist das nur noch FUN Sport.
Waidmannsdank !
10:01
Wolfgang Becker? Der zuständige Jäger ist doch Andreas Becker.
@g.s.c. wenn Sie den Artikel aufmerksam gelesen hätten, wäre ihnen aufgefallen das Jäger Füchse nicht zum Spaß abknallen