Frühlingserwachen

Während des Pokalfinales traf der Frühling in der Blote Vogel Schule ein. Ganz im Sinne des machtvollen Eingangsmotivs „Im Tale blüht der Frühling auf“ von Robert Schumann zu seiner ersten Sinfonie, der „Frühlingssinfonie“.

Es ist immer wieder erstaunlich, zu welch eindrucksvollen Leistungen Wittener Orchester fähig sind. Das Vhs-Orchester, mit stolzen 53 Jahren das älteste Wittener Musikensemble dieser Gattung, macht da keine Ausnahme und bot in der nur schwach besuchten Aula der Blote Vogel Schule am Samstag eine ansprechende Leistung.

Unter dem sicheren Dirigat von Ralf Lottmann erklang der erste Satz voller hoffnungsfroher Lebensfreude mit einem ausgewogenen Streicherklang, sauber intonierenden Holzbläsern und majestätischen Hörnerklängen. Der verhaltene, fast pastoral klingende zweite Satz wurde ruhig und friedvoll gestaltet, bevor im dritten Satz tänzerische Ausgelassenheit herrschte.

Kristallklares Flötensolo

Im letzten Satz ist vom Komponisten ein sehr rasches, fast fetziges Tempo vorgeschrieben. Das Orchester tat gut daran, diese Eile nicht zu übertreiben. So konnten technische Gemeinheiten durchsichtig gestaltet werden. Hier tat sich besonders Sarah Jeske mit einem kristallklaren Flötensolo hervor.

Die übrigen Programmpunkte standen ganz im Zeichen einer überragenden und charismatischen Klarinettensolistin. Sabine Grofmeier beherrschte nicht nur perfekt ihr Instrument, sie brachte auch mit ihren musikalischen Einfällen und ihrem gestenreichen Spiel die Orchesterspieler zu einem lebendigen musizieren. Beim Doppelkonzert für Oboe und Violine von J.S.Bach war der Dirigent Ralf Lottmann ihr Solistenpartner an der Solovioline.

Dieser stand trotz technisch sauberem Spiel musikalisch im Schatten seiner überragenden Solopartnerin .

Zum Schluss führte Sabine Grofmeier die Zuhörer in die Welt des argentinischen Tangos. Südamerikanisches Flair breitete sich aus. Beim Tango „Frühling“ von Astor Piazzolla zeigten auch der Konzertmeister Harald Werner (Violine) und Hans-Günther Golze (Viola) ihr solistisches Können.

Der reichliche Beifall wurde mit drei Zugaben belohnt.