Freibad knackt erste Rekordmarke des Jahres

Endlich Sonne satt. Temperaturen wie im Hochsommer. Dazu für viele ein freier Brückentag. Was will man mehr. Kaum einen Wittener hält es am Freitag in der guten Stube. Sonnenanbeter, Wasserratten und Frischluft-Fans zieht es ins Freie.

Ob an lauschigen Plätzen an der Ruhr, in der Eisdiele oder im Freibad – überall herrscht Hochbetrieb. Und überall sieht man fröhliche Gesichter, die mit der Sonne um die Wette strahlen. Im Laufe des Tages suchen die Wittener jedoch am liebsten schattige Plätze auf. Das Thermometer an der Stadtsparkasse zeigt am Nachmittag um 16 Uhr stattliche 37 Grad an. Im Freibad an der Herdecker Straße ist es zwei Stunden zuvor noch etwas kühler – Luft 29 Grad, Wasser 27 Grad.

Kreischen, Jubeln, Wasserplatschen. Die Geräuschkulisse im Freibad steigt mit den Graden. Joshua (9) wagt eine „Arschbombe“ vom Drei-Meter-Brett. Vater Metin Senkal (51) beobachtet das wilde Treiben vom Beckenrand aus. Beide lieben das Wasser und die Sonne. „Das Leben fängt mit dem Sonnenschein erst so richtig an“, sagt der Papa und genießt.

Jasmin (19) will nach der langen Winterpause knackig braun werden. Damit der Teint schön samtig wird, hat sie eine große Flasche Sonnenöl dabei. Leo (20) und Sidar (20) sind zur Abkühlung im Bad. Sie tauchen ihre Astral-Körper gerne mal unter. Eine Bademodenschau gibt es für die Besucher gratis. Alle zeigen sich gern – mit und ohne Tattoo. Die Besucherzahlen erreichen am Freitag den ersten Jahresrekord. Um 14 Uhr sind es schon mehr als 3000. „Wenn es so weitergeht, knacken wir heute die 4000er-Marke“, ist an der Kasse zu hören.

Zum Schwimmen doch noch zu kühl

Am Ufer der Ruhr geht es beschaulicher zu. Michael (20), Dominik (19), Marcel (19) und Edgar (20) haben ihre Handtücher ausgebreitet und brutzeln in der Mittagshitze. Hin und wieder lassen sie die Füße im Wasser baumeln. Zum Schwimmen ist es dem Quartett allerdings noch viel zu kühl. Edgar sagt über den tollen Freitag: „Das Wichtigste im Sommer ist die Sonne. Wir hoffen noch auf viele solcher Tage – wie heute.“

Auf großer Fahrt ist eine Schulklasse aus Lünen. Gestartet ist die Gruppe in Hagen. Ihr Ziel ist Mülheim. An der Ruhrschleuse müssen sie ihre Kanus allerdings umsetzen. „Das war ganz schön nervig“, erzählt Joachim Rothkegel. „Acht Boote bei der Hitze schleppen – da gibt es Schöneres.“ Aber im Handumdrehen paddeln sie gut gelaunt weiter Richtung Kemnader See. Zurück in der City. Ihre Mittagspause verbringt Laura Dördelmann auf dem Platz vor der Stadtgalerie – natürlich in der Sonne. Sie kommt gerade aus dem Urlaub in Malaga. „Ich habe die Sonne mitgebracht“, lacht sie verschmitzt und räkelt sich bequem auf einer Bank.

Ein paar Schritte weiter im Eiscafé Dolce Vita gönnt sich Marco Ryber (18) einen riesigen Erdbeerbecher. „Das ist mein Mittagessen“, sagt er genüsslich. Auch in der „Kuh-Bar“ an der Ruhrstraße herrscht Hochbetrieb. „So viele Milch-Shakes wie heute habe ich lange nicht verkauft“, sagt Sina Fuhrmann.

Beliebt und belagert sind die Fontänen am Berliner Platz. Die Kinder lieben die Wasserspiele besonders. Die Brüder Jonathan (7) und Lennart (10) können gar nicht genug davon kriegen. Ringsrum sitzen die Menschen und beobachten zufrieden das muntere Treiben. Was für ein Tag!