Frank Goosen las in Witten und gab auch Privates preis

Frank Goosen bei seiner Benefizlesung in der Wittener Kreuzkirche. Am Dienstagabend blieb dort fast kein Platz leer.Foto: Manfred Sander / WAZ FotoPool
Frank Goosen bei seiner Benefizlesung in der Wittener Kreuzkirche. Am Dienstagabend blieb dort fast kein Platz leer.Foto: Manfred Sander / WAZ FotoPool
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Was wir bereits wissen
Eine Lesung mit Frank Goosen ist ein Erlebnis. Jetzt auch in Wittens Kreuzkirche. Die Zuhörer ließen den Kabarettisten nicht ohne Zugabe ziehen.

Witten..  Er denkt schnell, er spricht schnell und hat die gute Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen. Eine Lesung mit Frank Goosen ist ein Erlebnis. Auch am Dienstagabend in der Kreuzkirche, in der kaum ein Sitzplatz frei blieb.

Eingeladen zur Benefizlesung mit dem Kabarettisten und Schriftsteller hatte das Zentrum für Kinder- und Jugendtrauerarbeit. Goosen war für die gute Sache gerne nach Witten gekommen und verzichtete auf sein Gehalt. Mit einem kleinen Stapel von ihm verfasster Bücher nahm er im Altarraum Platz. Und bot einen Streifzug durch seine Werke – und etliche Einblicke in Autobiografisches.

Auch wenn der 48-Jährige schmunzelnd betonte, dass nicht alles, was er in den vergangenen Jahren so zu Papier brachte, auch von ihm selbst erlebt wurde. „Nur, weil ich das immer wieder gefragt werde.“

Der Lehrer, vor dem selbst Bakterien und Viren Angst haben

In ihre eigene Jugendzeit versetzte er viele Zuhörer, als er aus „liegen lernen“ vorlas. Ein Roman, in dem er die Höhen und Tiefen des Erwachsenenwerdens und die erste Liebe des Schülers Helmut beschreibt. Der wird von Britta, der Schülersprecherin, nach Hause eingeladen, um mit ihr zusammen ein Nicaragua-Flugblatt zu entwerfen. Eine Begegnung, die dem Teenager erste erotische Annäherungen beschert. Weil Britta eben nicht nur sozial engagiert ist.

Die Besucher der Kreuzkirche ließ Goosen schallend lachen über die Figur des Lateinlehrers und Zweite-Weltkrieg-Teilnehmers Dr. Bergmann, der nie krank wurde, „weil selbst Bakterien und Viren vor ihm Angst hatten“. In seinem Buch „So viel Zeit“ beschreibt er augenzwinkernd einen wilden Wunsch von fünf Männern. Mitvierziger, die Probleme mit der Gesundheit, der Partnerschaft haben und die das Leben als Band noch einmal rocken wollen.

Der Manager, der beim Spaghetti-Kochen für die Kinder versagt

Einer der Protagonisten in seinem jüngsten Buch „Raketenmänner“ ist der Manager Frohnberg, der beim Spaghetti-Kochen für seine Kinder versagt. Und vorher noch schnell einen Maulwurf beerdigen muss, der tot, an einem Luftballon hängend, durch seinen Garten schwebt.

Frank Goosen ist ein Kabarettist, der sich selbst auf die Schippe nehmen kann, vor Publikum bekennt, dass er ein schlechter Schüler war, nicht im besten Bochumer Viertel aufwuchs und litt, wenn ihm ein Lehrer einst attestierte, er habe eine Spiegelei-Figur.

Die Zuhörer in der Kreuzkirche haben Goosen jedenfalls geliebt. Sie ließen ihn nicht ohne Zugabe ziehen.