Flüchtlingsunterkunft in Witten zu zwei Dritteln zerstört

In den frühen Morgenstunden des 25. Januars 2016, um etwa 3.30 Uhr, wurde die Feuerwehr zu einem Brand am Annener Berg gerufen. Dort stand eine geplante Flüchtlingsunterkunft aus Holz - direkt neben dem Institut für Waldorfpädagogik in Flammen.
In den frühen Morgenstunden des 25. Januars 2016, um etwa 3.30 Uhr, wurde die Feuerwehr zu einem Brand am Annener Berg gerufen. Dort stand eine geplante Flüchtlingsunterkunft aus Holz - direkt neben dem Institut für Waldorfpädagogik in Flammen.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
  • In Witten ist in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft ein Feuer ausgebrochen
  • Wegen des Verdachts eines Brandanschlags mit fremdenfeindlichem Hintergrund hat sich der Staatsschutz eingeschaltet
  • Nach einer ersten Schätzung der Polizei liegt der Sachschaden bei rund 70.000 Euro

Witten.. Eine geplante Flüchtlingsunterkunft auf dem Annener Berg ist in der Nacht zum Montag zu zwei Dritteln niedergebrannt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Wegen des Verdachts eines Brandanschlags mit fremdenfeindlichem Hintergrund hat sich der Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet.

Ein Autofahrer, der auf der A 44 unterwegs war, und Anwohner hatten die Feuerwehr gegen 3.20 Uhr alarmiert. „Als ich aus dem Fenster schaute, stand da schon eine Wand von Feuer. Das brannte lichterloh“, sagte eine Anwohnerin zu unserer Zeitung. Ein Nachbar habe „es knallen hören“ – wahrscheinlich zerberstende Fensterscheiben.

Helfer holten Wasser aus Teich

Als die Berufsfeuerwehr eintraf, die später von vier Löscheinheiten der Freiwilligen unterstützt wurde, stand das rechte Drittel des U-förmig angeordneten Holzgebäudes schon in Flammen. Wegen der Entfernung zum nächsten Hydranten versorgten sich die Helfer auch mit Wasser aus dem vorhandenen Löschwasserteich.

Kommentar Die Einsatzkräfte versuchten, den mittleren Trakt zu schützen. „Dann gab es aber eine Durchzündung“, sagte Vize-Feuerwehrchef Mario Rosenkranz. „Es kam zur Brandausbreitung, und dann gab es nichts mehr zu schützen oder zu retten.“ Um kurz nach sechs Uhr griff das Feuer auf den mittleren Gebäudetrakt über. Die Flammen schlugen auch dort durch das Dach. Nur ein Übergreifen auf das linke Drittel des „U“ konnte noch verhindert werden. Erst gegen 10.30 Uhr hieß es „Feuer aus“.

Zwei Drittel des Gebäudes sind zerstört

Die erste Schadensbilanz: Zwei Drittel des Gebäudes sind zerstört. Das letzte Drittel wurde zwar nicht durch Feuer, aber durch Rauch in Mitleidenschaft gezogen. Damit ist nach Angaben der Stadt kein Teil des Gebäudes mehr bewohnbar. Nach einer ersten Schätzung der Polizei liegt der Sachschaden bei rund 70 000 Euro.

Neonazis Die Hauptgebäude des benachbarten Instituts für Waldorfpädagogik waren durch den Brand nicht gefährdet. Die Brandursache ist noch unklar. Laut Polizeisprecher Volker Schütte kann ein fremdenfeindlicher Hintergrund ebenso wenig ausgeschlossen werden wie ein technischer Defekt. Beides sei noch „reine Spekulation“.

Spürhunde sollen nach der Brandursache suchen

Der „Tatort“ wurde abgesperrt. Der Staatsschutz der Bochumer Polizei koordiniert die Ermittlungen. Zeugen werden gebeten, sich dort unter 0234 / 909 4505 zu melden. Das Kommissariat für Brandermittlungen hat einen unabhängigen Brandsachverständigen hinzugezogen. Zehn Kripo-Beamte und Brandexperten untersuchten am Montag die Brandruine und ihr Umfeld. Auch Spürhunde wurden dabei eingesetzt.

Die Holzbaracken standen noch leer. In etwa einer Woche sollten dort Familien aus Syrien und dem Irak – insgesamt 25 Personen – einziehen. Das Amt für Wohnen und Betreuung sucht für sie jetzt eine andere Unterkunft. Das Feuer weckt Erinnerungen an den Brandanschlag vom September auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Bommern.