Flüchtlingsheim schließt
16.02.2010 | 17:39 Uhr 2010-02-16T17:39:00+0100
Rund 400 ausländische Flüchtlinge leben derzeit in Witten - 75 von ihnen in Übergangsheimen. Zwar war die Tendenz 2009 leicht steigend, ein geringfügiger Anstieg wird auch für 2010 erwartet, doch die Stadt geht davon aus, dass das Übergangsheim Marienstraße zum Jahresende aufgegeben werden kann.
Betreut werden die Menschen von Michael Raddatz-Heinrichs vom Caritas-Verband. „Die Flüchtlinge kommen überwiegend aus dem Irak, dem Iran, den GUS-Staaten und aus ex-Jugoslawien”, berichtete Raddatz-Heinrichs jetzt dem Sozialausschuss, der sich auf seiner letzten Sitzung mit der Situation in den städtischen Unterkünften befasste.
Michael Raddatz-Heinrichs (Foto) betreut Flüchtlinge seit 1991, hat den großen Strom der Spätaussiedler, der Kriegsflüchtlinge aus dem Libanon und die Bürgerkriegsvertriebenen aus Sri Lanka (Ceylon) erlebt. Behördengänge gehören mit dazu, und der Versuch, den Menschen überhaupt erst einmal die Angst vor Behörden oder Polizei zu nehmen, mit denen sie in ihren Herkunftsländern ganz andere Erfahrungen gemacht haben als die, die sie hier erwarten.
Zwei Millionen Euro Kosten
Zugewiesen werden die Flüchtlinge von der Bezirksregierung Arnsberg. Von den zwei Millionen Euro, die die Stadt jährlich für die Unterbringung und Betreuung von Flüchlingen aufwenden muss, übernimmt das Land rund 163 500 Euro.
Viel Geld, aber kein Vergleich zur Situation vor nur neun Jahren. Damals unterhielt die Stadt zwölf weitere Übergangsheime; das größte - das Haus Diesterwegstr. 6 - wurde als letzte Sammelunterkunft Ende September 2008 aufgegeben. Vier Unterkünfte gibt es noch in Witten, rechnet man das Haus in der Marienstraße noch mit dazu. Und es könnten noch weniger werden. Die Caritas, die für die Flüchtlingsbetreuung zuständig ist, will die Menschen in den nächsten zwei Jahren durch gezielte Trainings darauf vorbereiten, ganz normale Wohnungen beziehen zu können - eine Unterbringung in großen Heimen soll es zukünftig nicht mehr geben.
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