Flüchtlingsfamilien sind immer willkommen

Tische und Stühle stehen draußen. Auf dem Fußboden des Café Schelle liegen ein bunter Spielteppich und ein Krabbeltunnnel. Heute gehört das kleine Begegnungszentrum ganz den Eltern und Kindern. Es ist halb zehn. Allmählich trudeln alle ein. Zu einem gemütlichen Vormittag mit Spiel, Spaß und ernsthaften Gesprächen.

Die Eltern-Kind-Gruppe ist international. Kinder von „null bis sechs“ treffen sich jeden Mittwoch für drei Stunden im Nachbarschaftstreff an der Schellingstraße. Ganz neu ist, dass gezielt Flüchtlingsfamilien angesprochen und eingeladen werden. Im direkten Einzugsbereich liegt die Unterkunft In der Mark. Drei Familien lassen sich regelmäßig sehen. Eine syrische Familie kommt sogar mit dem Fahrrad aus Heven.

„Unsere acht Flüchtlingskinder kennen keine Sprachbarrieren“, betont Marion Scholten von der Integrationsagentur. „Die Kleinkindsprache ist überall gleich.“ Und die Mütter, Väter und Betreuerinnen verständigen sich mit Händen und Füßen – wenn es nicht anders geht. „Wenn man sprachlich an die Grenze kommt, dann spricht bei uns das Herz“, ergänzt Diplom-Pädagogin Juliane Mati vom Verein Viadukt. Gemeinsam mit Sozialarbeiterin Gabriele Deppe betreut sie die Gruppe. Da es ein offenes, kostenloses und unverbindliches Angebot ist, ist manchmal mehr und manchmal weniger los. Milla Braun (27) kommt mit ihrer Evelina (2). Sie ist in Kasachstan geboren, aber in der Ruhrstadt aufgewachsen. Sie wohnt ganz in der Nähe. „Ich finde, dass diese Begegnungsstätte eine echte Bereicherung für unser Quartier ist. Eine Nachbarin hat uns auf dem Spielplatz zur Krabbelgruppe eingeladen.“ Monika Drechsel (63) ist Tagesmutter. Auch sie hat die Elterngruppe in der Kaffeestube für sich und Finja (2) entdeckt. „Ich finde die Idee hervorragend. Besonders unter dem Stern der Integration. Für unsere Flüchtlingsfamilien“, schwärmt sie. Ein dickes Lob spricht sie den beiden Betreuerinnen aus. „Die machen ihre Sache wirklich gut.“

Auch die Polin Joanna Schirrmacher und Töchterchen Astrid (1) kommen gerne her. Die Zeit des „Fremdelns“ ist schon lange vorbei. Ramla Schmitt (31) pellt ihren Sohn Youmes (1) aus seiner Jacke. Und der kleine Mann hat nichts eiligeres zu tun, als zielstrebig den Krabbeltunnel ins Auge zu fassen.

Dann sitzen alle auf der Erde im Kreis. Wie jeden Mittwoch singen alle gemeinsam das Begrüßungslied: „Hallo, schön dass du da bist.“ Dann gibt es klassische Fingerspiele und noch mehr Lieder. Während die Kinder ins Spiel vertieft sind, quatschen die Eltern bei Tee oder Kaffee. Berührungsängste gibt es nicht im Spielparadies des Café Schelle.