Flüchtlinge sollen im September ins Gästehaus ziehen

Stand Jahre leer: Das ehemalige Gästehaus der Universität Dortmund an derBommerholzer Straße in Witten.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Stand Jahre leer: Das ehemalige Gästehaus der Universität Dortmund an derBommerholzer Straße in Witten.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
Traumatisierte Kriegsflüchtlinge sollen ab September ins ehemalige Gästehaus der Uni Dortmund in Bommerholz einziehen. Eine Bleibe auf Zeit.

Witten..  Wenn alles wie geplant läuft, könnten im September die ersten Asylsuchenden und Flüchtlinge in das ehemalige Gästehaus der Universität Dortmund an der Bommerholzer Straße einziehen. Dies sagte Sozialdezernent Frank Schweppe am Mittwoch, nachdem am Dienstag Anwohner in Bommerholz über das Vorhaben in einer nicht-öffentlichen Veranstaltung informiert worden waren.

Wie berichtet, hat die Stadt das Gebäude kostenlos gemietet, das mehrere Jahre leer stand und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW gehört. „Das Land unterstützt uns damit bei der Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der Stadt“, so Frank Schweppe.

Im einstigen Gästehaus wird Raum für 50 Menschen sein. „Wir nutzen alle zur Verfügung stehenden Zimmer. Mehr Leute können wir dort nicht unterbringen“, betonte Uwe Andresen, Leiter der Abteilung Wohnen und Zentrale Dienste bei der Stadt. Die Einzel- und Doppelzimmer seien noch möbliert, außerdem verfügten diese über jeweils eigene Bäder.

Es werden noch neue Küchen benötigt

Hier werden traumatisierte Kriegsflüchtlinge leben, aus Syrien, dem Irak, aus Afrika. Sozialarbeiter der Caritas werden die neuen Bewohner aussuchen. Die, die einziehen, sollen nach bisheriger Planung rund acht Wochen in Bommerholz bleiben und dann in andere Unterkünfte in der Stadt oder in private Wohnungen umziehen.

Investiert werden muss laut Andresen noch in neue Küchen. „Im Haus gibt es eine Großküche, die für den künftigen Zweck nicht geeignet ist.“ Jedes Zimmer erhalte auch einen Kühlschrank. Außerdem müssten Wasserleitungen wieder in Gang gesetzt werden. „Wir werden noch ehemalige Seminarräume bestuhlen,einen Speise- und auch einen Aufenthaltsraum einrichten.“

Der Informationsabend am Dienstag, an dem nach Auskunft der Stadt rund 50 Anwohner teilnahmen, sei „keine Jubelveranstaltung“ gewesen, sagte Sozialdezernent Schweppe. „Da gab es auch durchaus kritische Stimmen.“ Als eine Frau in die Runde gesagt habe, die Anwesenden sollten sich doch einmal in die Lage der Flüchtlinge versetzen, habe die Diskussion eine andere Richtung bekommen.

„Drei, vier Leute“ hätten bereits betont, dass sie sich für die neuen Nachbarn ehrenamtlich einsetzen möchten. Schweppe: „Das gibt es in Witten ja auch in den anderen Unterkünften, dass etwa gemeinsam mit Nachbarn gekocht oder gefrühstückt wird.“ In der Stadt leben derzeit 161 Asylbewerber und Flüchtlinge in zehn Häusern, fast 500 weitere Menschen in privaten Wohnungen.

Ehrenamtler, die im Rahmen des „Help-Kiosk“ Asylbewerbern und Flüchtlingen helfen, haben bereits signalisiert, dass sie sich auch für die Bewohner des ehemaligen Gästehauses in Bommerholz einsetzen wollen. Die Stadt will dem „Help-Kiosk“ dort ein Büro stellen.