Flüchtlinge helfen am Bienenstand

Mit einem Dankeschön der besonderen Art will sich eine Gruppe von Flüchtlingen für die freundliche Aufnahme in der Ruhrstadt bedanken. Seit vier Wochen arbeiten sie ehrenamtlich am Lehrbienenstand auf dem Hohenstein. Sie unterstützen damit den Kreisimkerverein, der seit einigen Jahren das beliebte Ausflugsziel betreibt.

Dass die Tätigkeit den Männern Spaß macht, hört und sieht man schon auf den ersten Blick. „Schöne Arbeit hier“, sagt der 34-jährige Najeh Shekmosa. „Wenn Arbeit Spaß macht, Arbeit nicht schwer“, sagt er in gebrochenen Deutsch. Er ist mit seiner Frau Hevin (27) und seinen beiden Töchtern Zevin (6) Shan (3) vor einem Jahr aus Syrien nach Witten gekommen. Allmählich finden sie bei uns ihren Frieden wieder.

Die Flucht war lang und steinig, erzählt der Familienvater. „Bis zur türkischen Grenze sind wir gelaufen. Wir haben die Kinder und einen Koffer mit Pampers, Nahrung und Decken getragen. Dann sind wir mit einem großen Lkw weitergefahren Zwischen großen Kisten haben wir uns versteckt“, übersetzt Riadh Ben Khelifa (32) aus Tunesien. Er kann Deutsch und Arabisch. Und betreut bei der Caritas viele Flüchtlinge.

Holzgebäude rundum neu gestrichen

Najehs Opa war selbst Imker. Die Arbeit am Lehrbienenstand erinnert ihn selbst ein wenig an seine eigene Kindheit. Und der leckere Honig schmeckt allen Flüchtlingen – ob aus Syrien, dem Irak, Iran oder Eritrea. Am Lehrbienenstand haben die ehrenamtlichen Helfer schon fleißig gearbeitet. Überall, wo Not am Mann war. Beispielsweise haben sie den Garten auf Vordermann gebracht. „Da war nach dem langen Winter jede Menge Arbeit“, betont Vorsitzende Hela Mikkin. „Aber unsere Helfer können richtig zupacken.“ Dann wurde das Holzgebäude rundum neu gestrichen. Und, und, und.

Den Kontakt zu den Flüchtlingen fand Mikkin über die Caritas-Freiwilligen Agentur Fokus. „Ich suchte schon lange nach freiwilligen Helfern für unsere Einrichtung. Bisher erfolglos“, erzählt sie begeistert. „Das war jetzt ein echter Glücksgriff. Ich glaube, für alle Beteiligten.“

Jeden Mittwoch werden die Füchtlinge mit einer Fahrgemeinschaft zum Hohenstein gebracht. Dann stehen vier Stunden Arbeit auf der Tagesordnung. Anschließend gibt es ein gemeinsames Mittagessen. „Wir reden mit Händen und Füßen, arabisch, englisch deutsch. Wichtig ist, dass wir uns verstehen. Und das klappt“, sagt Hela Mikkin. „Vielleicht können wir die Flüchtlinge ja auch für die Imkerei begeistern“, meint die Vorsitzende schmunzelnd. „Dann machen wir eine Extra-Schulung.“