Finchen erklärt die Welt der Instrumente
21.09.2009 | 12:33 Uhr 2009-09-21T12:33:00+0200
Das Projekt "Jedem Kind ein Instrument" läuft in Witten schon im dritten Jahr. Jetzt ist auch die Erlenschule dabei. Ein Besuch bei den Kindern und der Musikschnecke Finchen.
Mit einer runden und einer eckigen Trommel unter dem Arm wandert Regine Burger durch die Delfin-Klasse der Erlenschule. „Was unterscheidet die beiden Trommeln?” fragt sie die Erstklässler. Sofort schnellen einige Finger in die Höhe. „Die eine ist eckig, die andere rund” sagt Jona.
Die Djembe - die runde Trommel - kennen die Schulanfänger bereits aus der letzten Unterrichtsstunde mit Musikschullehrerin Regine Burger. Die eckige Cajon lernen die Kinder in ihrer JeKi-Stunde - eine Abkürzung des Projektnamens „Jedem Kind ein Instrument” - erstmals kennen.
Als die Pädagogin gemeinsam mit der Musikschnecke Finchen, dem süßen Stoffmaskottchen, die eckige Trommel mit Loch aus der Tasche holt, sind die Kinder erstaunt. „Das sieht aus wie für Katzen!”, sagt Daniel und seine Tischnachbarn lachen. „Die hat gar kein Fell!”, antwortet Jaqueline und Florian entdeckt sogar kleine Glöckchen in dem Holzkasten.
„Es ist wunderschön, wenn man erlebt, wie begeistert die Kinder reagieren” fasst Regine Burger ihre Arbeit zusammen. Seit drei Jahren arbeitet die Musikschullehrerin für den Elementarbereich schon im Projekt mit. Bis zu den Osterferien wird sie den Kindern in der Erlenschule knapp 15 Instrumente vorstellen. „Mein Einstieg ist über die Schlaginstrumente, weil man da laut und leise, langsam und schnell und hell und dunkel gamnz toll erklären kann”, so die 41-Jährige. Danach folgen Blasinstrumente, mit denen auf spielerische Weise Windgeräusche erzeugt werden.
Den Spaß, die Kreativität und die Neugier auf oftmals unbekannte Instrumente zu fördern steht bei diesem Modellprojekt an erster Stelle. „Und es ist toll für die Gemeinschaft, wenn man zusammen singt und musiziert” sagt Regine Burger. So kombiniert sie das Ausprobieren der Instrumente mit einem kleinen Kennlernspiel, um die Klassengemeinschaft zu stärken.
„Kris-tin” trommelt die 6-Jährige die zwei Silben ihres Namens auf der Djembe. Ihre Mitschüler wiederholen ihren Namen im Takt. Ob sich die junge Wittenerin nach den Osterferien für eine Trommel oder lieber für eine Flöte entscheiden wird, ist noch ungewiss. „Einer der Favoriten ist die Gitarre” erzählt die Musiklehrerin aus Schwerte. Ab dem zweiten Schuljahr beginnt dann der freiwillige Instrumentalunterricht in der Schule. „Leider geht die Nachfrage nach musikalischer Früherziehung in den Musikschulen zurück” weiß die Erzieherin und hofft darauf, vielen Kinder „musikalisch eine Chance zu geben”.
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