Finanzspritze für Integrations-Projekte

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Was wir bereits wissen
Bis Sonntag (31.5.) können sich Organisationen um Fördergelder für interkulturelle Ideen bewerben. Jugendtreff Famous will mit Rap-Workshop punkten.

Witten.. Sprachhilfe für Flüchtlinge, interkultureller Kochkurs oder Patenschaftsprogramm: Noch bis Sonntag (31. Mai) können sich gemeinnützige Vereine, Verbände, Parteien, Privatschulen oder Fördervereine um eine ordentliche Finanzspritze bewerben. Es geht um insgesamt 20 000 Euro, die vergeben werden.

Das Fördergeld liegt im Topf des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, das sich gegen Rechtsextremismus richtet. Das Leitthema für Witten: Förderung interkultureller Kompetenz, Integration und Unterstützung von Flüchtlingsfamilien. Was auf den ersten Blick sperrig daherkommt, ist es auf den zweiten gar nicht. „Man kann Fördergelder für Projekte beantragen, bei denen es darum geht, das gegenseitige Kennenlernen der Kulturen zu fördern oder Ängste abzubauen“, erklärt Susanne Klönne von der Volkshochschule, die das Bundesprogramm in Witten koordiniert.

Projekte sollen sich mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, betont Jugendhilfeplaner Michael Lüning. Dass das Leitthema einen interkulturellen Bezug hat, sei kein Zufall. „In unserer Stadt engagieren sich sehr viele Bürger und Vereine ehrenamtlich in diesem Bereich. Sie haben tolle Ideen, für die es nicht immer Geld gibt.“ Hier soll das Förderprogramm ansetzen. Bislang können aber keine Privatpersonen Fördergeld beantragen – mögen ihre Ideen noch so gut sein. „Das ist schade. Dort liegt viel Potenzial“, glaubt Lüning. Immerhin: Derzeit arbeite das zuständige Ministerium daran, einen Zugang für Einzelbewerber zu schaffen.

Bis jetzt liegen zwei Anträge vor: Einer davon vom Jugendtreff „Famous“, bei dem ausländische und einheimische Jugendliche ihre eigenen Erfahrungen in Rap-Texten verarbeiten. „Wir glauben, dass noch weitere Projektideen eingereicht werden. So war es in der Vergangenheit immer so“, weiß Lüning. Damit die Bewerber nicht zu sehr unter Zeitdruck geraten, hat die Stadt die Antragsfrist bis zum Sonntag verlängert. Eigentlich wäre schon am Freitag „Schicht“ gewesen.

Kreative Ideen gab es auch schon in der Vergangenheit

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Wittener auch bei den Vorgänger-Förderprogrammen kreative Projektideen eingereicht hatten. Da gab es etwa einen Film, in dem drei Generationen schildern, wie es war, als sie nach Witten kamen. Oder die interkulturelle Familienolympiade im Wullenstadion. „Ein nachhaltiges Projekt ist das Café International des Roten Kreuzes“, sagt Michael Lüning. Seit 2011 begegnen sich dort unterschiedliche Kulturen. Mittlerweile kommt es ohne Fördergelder aus.