Filmteam dreht Doku über Wittener Vierklässler

Filmdreh in der vierten Klasse der Vormholzer Grundschule: Stephanie Drewes interviewt gerade Alexandra (9), JannikTille filmt das Gespräch. Im Hintergrund schauen zu: Lunoa (9), Neele (10), und Hanna (10).
Filmdreh in der vierten Klasse der Vormholzer Grundschule: Stephanie Drewes interviewt gerade Alexandra (9), JannikTille filmt das Gespräch. Im Hintergrund schauen zu: Lunoa (9), Neele (10), und Hanna (10).
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Dreh in der Vormholzer Grundschule ist Teil des Projekts „Kein Kind zurücklassen“ und dokumentiert den Übergang zur weiterführenden Schule.

Witten..  „Da hing mal den ganzen Tag eine Kamera am Fenster und hat uns gefilmt, das war schon komisch“, erzählen Angelina und Greta. Doch die Neunjährigen und der Rest der vierten Klasse der Vormholzer Grundschule hat sich längst daran gewöhnt, dass regelmäßig ein Filmteam vorbeischaut. Es dreht eine Dokumentation, die den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule aus Sicht der Kinder zeigen soll und Teil des Modellprojekts „Kein Kind zurücklassen“ (Kekiz) ist.

Seit September 2014 besuchen Stephanie Drewes und Jannik Tille von den Dortmunder FarbFilmFreun.den die Viertklässler. Warum diese Grundschule unter all jenen, die Interesse hatten, ausgewählt wurde, erklärt Inga Janz vom Wittener Kekiz-Team: Sie habe den Offenen Ganztag, einen Kindertreff, Inklusionskinder, eine Kita nebenan und die Hardenstein-Gesamtschule eine Tür weiter. Acht von circa 20 Drehtagen haben die Schüler jetzt hinter sich. Etwa 20 Minuten lang soll der Film werden, bis September muss alles im Kasten sein. Es ist also Halbzeit, deshalb ziehen alle Beteiligten Bilanz.

„Anfangs haben uns die Kinder natürlich sehr doll wahrgenommen und waren aufgeregt“, sagt Jannik Tille. Doch es sei „aus filmischer Sicht“, wie Kollegin Stephanie Drewes es formuliert, „eine gute Klasse“. Sie lobt: „Die können sehr gut sprechen.“ Die beiden drehten etwa im Unterricht, beim Bustraining oder in Diskussionsrunden, bei denen es um die Anmeldung zur neuen Schule ging. „Dieser Übergang ist sehr präsent im vierten Schuljahr. Die Kinder nehmen den großen Umbruch schon deutlich wahr“, sagt Tille. Jeder habe andere Sorgen und Ängste. Man merke, dass sich manch einer jetzt mehr auf den Hosenboden setze, um zu lernen. „Die werden so langsam groß.“

25 Kinder besuchen die einzige vierte Klasse der Vormholzer Grundschule, sieben werden im Film etwas mehr im Mittelpunkt stehen. Auch mit Eltern hat das Team gesprochen. „Es ist spannend zu sehen, wie doll die sich einsetzen und wo ihre Interessen bezüglich der Schulwahl liegen“, so Tille. Die meisten Kinder seien am Gymnasium oder an der Gesamtschule angemeldet, nur je eines an einer Haupt- und einer Förderschule, weiß Klassenlehrerin Nicole Kotthaus.

Damit nicht passiert, was Rektorin Alexandra Schlieper im letzten Jahr mit ihren Viertklässlern erlebte, darum macht Witten beim Projekt mit: „Die meisten hatten eine Haupt- und Realschulempfehlung, kamen aber aufs Gymnasium. Einer musste schon im Herbst wieder wechseln.“ Eltern, so das Fazit von Schulrätin Maria Reusch, sollten bei der Schulwahl auf Experten hören und nicht aus falsch verstandenem Ehrgeiz entscheiden.