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Premiere von "Ein Leben"

Filmprojekt löst Begeisterung aus

01.07.2009 | 10:28 Uhr

Begleitet von großem Applaus betraten Regisseurin Caroline Schwarz und Kameramann Joshua Conens die Bühne in der Werkstadt schon vor der Premiere des Films „Ein Leben". Ihr großer Dank galt den 70 ehrenamtlichen Mitwirkenden, die das Filmprojekt über einen Zeitraum von zwei Jahren ermöglicht haben.

„Dass so viele Leute mitgemacht haben, ohne etwas dafür zu bekommen, ist echt super”, sagt der 20-jährige Joshua. Diesen Dank nehmen alle Beteiligten an diesem Abend voller Stolz und ein wenig aufgeregt entgegen. Stellvertretend für sie gibt Hauptdarsteller Matthias Rempe das Lob an das Produktionsteam zurück. „Die Erfahrung, die wir gesammelt haben, war einfach unbezahlbar.”

Wie produktiv die vergangenen zwei Jahren waren, beweist nicht nur die Fülle an Filmmaterial, sondern auch die Länge des Films und die Zahl der Mitwirkenden. Schließlich musste von der Drehbuchidee bis zum Schnitt alles von den Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 24 erledigt werden. „Am Ende hatten wir 60 Stunden Material. Da war es nun meine undankbare Aufgabe zu schneiden", erzählt Caroline Schwarz etwas zerknirscht. Dann gibt sie endlich das von den Zuschauern lang ersehnte Signal zum Start der Filmpremiere.

In den folgenden zwei Stunden ist die Vorfreude und Anspannung aller Mitwirkenden im Saal deutlich spürbar. Zwischen Lacher mischen sich kurze Kommentare, wenn die Person selbst oder Bekannte erstmals auf der Leinwand auftauchen. Trotz anfänglicher Tonprobleme fesselt die Geschichte auf der Suche nach der eigenen Identität und dem Einleben in die Berufswelt von der ersten Sekunde an.

Hauptdarsteller Emil (21) hat das Abitur in der Tasche und wohnt bei seinen Eltern. Zwischen ihnen steht die Frage nach einem sinnvollen Beruf und dem angeblich unsinnigen Nebenjob in der Kneipe. „Eigentlich ist das Entscheidende ja, sein Ding zu machen”, weiß Emil. Aber was ist sein Ding? Die aktuelle und trotzdem generationsübergreifende Frage.

Trotz oder vielleicht gerade dank einiger Umwege und Niederlagen findet Emil am Ende seinen eigenen Weg, indem er die für ihn wichtigen Elemente Kneipe und gute Gespräche miteinander verknüpft. Sein neu eröffnetes Begegnungszentrum, in dem Kommunikation wichtig ist und jeder für die Getränke je nach Verdienst bezahlt, wird ein Erfolg. „Und ich glaube, jeder kann das”, sagt er.

Eine einfache und zugleich ermutigende Botschaft ohne erhobenen Zeigefinder. Sie gibt Anlass für anschließende Diskussionen, zu denen der Film anregen will. „Wir wollen wissen, wie Jugendliche ihren Weg in den Beruf erleben”, erklärt Joshua Conens die Pläne, den Film auch in Schulen und Kooperativen zu zeigen. Aber zuvor wurde erst einmal kräftig die gelungene Premiere gefeiert. „Es war ziemlich aufregend und spannend zu sehen, welche Szenen ankommen”, erzählt er und wendet sich gleich dem nächsten Gratulanten zu. „Ein toller Film.”

Michaela Schloemann

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