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Flüchtlingsunterkunft in Witten zu zwei Dritteln zerstört

25.01.2016 | 07:35 Uhr
In den frühen Morgenstunden des 25. Januars 2016, um etwa 3.30 Uhr, wurde die Feuerwehr zu einem Brand am Annener Berg gerufen. Dort stand eine geplante Flüchtlingsunterkunft aus Holz - direkt neben dem Institut für Waldorfpädagogik in Flammen.Foto: Barbara Zabka

Witten.   In Witten ist in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte in der Nacht aus, um den Brand zu löschen.

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Witten, 25.01.2016: In den frühen Morgenstunden des Montags um etwa 3.30 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand am Annener Berg gerufen. Dort stand ein Holzgebäude - direkt neben dem Institut für Waldorfpädagogik in hellen Flammen.

Eine geplante Flüchtlingsunterkunft auf dem Annener Berg ist in der Nacht zum Montag zu zwei Dritteln niedergebrannt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Wegen des Verdachts eines Brandanschlags mit fremdenfeindlichem Hintergrund hat sich der Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet.

Ein Autofahrer, der auf der A 44 unterwegs war, und Anwohner hatten die Feuerwehr gegen 3.20 Uhr alarmiert. „Als ich aus dem Fenster schaute, stand da schon eine Wand von Feuer. Das brannte lichterloh“, sagte eine Anwohnerin zu unserer Zeitung. Ein Nachbar habe „es knallen hören“ – wahrscheinlich zerberstende Fensterscheiben.

Helfer holten Wasser aus Teich

Als die Berufsfeuerwehr eintraf, die später von vier Löscheinheiten der Freiwilligen unterstützt wurde, stand das rechte Drittel des U-förmig angeordneten Holzgebäudes  schon in Flammen. Wegen der Entfernung zum nächsten Hydranten versorgten sich die Helfer  auch mit Wasser aus dem vorhandenen Löschwasserteich.

Kommentar
Ein verheerendes Signal

Ein Feuer macht die geplante vorbildliche Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Gelände des Instituts für Waldorfpädagogik zunächst zunichte. Dass die Stadt plötzlich wieder ohne Unterkunft für 25 Menschen dasteht, ist das eine. Viel schlimmer ist das Signal, das von diesem erneuten Brand auszugehen scheint: Flüchtlinge sind in Witten unerwünscht.

Sicher: Es ist noch nicht erwiesen, dass es Brandstiftung war. Aber allein die Tatsache, dass zum zweiten Mal in sechs Monaten ein Haus für Asylbewerber brennt, ist schlimm genug. Was auch immer dahintersteckt: Dieser Brand kann und darf die Willkommenskultur in der Ruhrstadt nicht erschüttern.

Die Einsatzkräfte versuchten, den mittleren Trakt zu schützen. „Dann gab es aber eine Durchzündung“, sagte Vize-Feuerwehrchef Mario Rosenkranz. „Es kam zur Brandausbreitung, und dann gab es nichts mehr zu schützen oder zu retten.“ Um kurz nach sechs Uhr griff das Feuer auf den mittleren Gebäudetrakt über. Die Flammen schlugen auch dort durch das Dach. Nur ein Übergreifen auf das linke Drittel des „U“ konnte noch verhindert werden. Erst gegen 10.30 Uhr hieß es „Feuer aus“.

Zwei Drittel des Gebäudes sind zerstört

Die erste Schadensbilanz: Zwei Drittel des Gebäudes sind zerstört. Das letzte Drittel wurde zwar nicht durch Feuer, aber durch Rauch in Mitleidenschaft gezogen. Damit ist nach Angaben der Stadt kein Teil des Gebäudes mehr bewohnbar. Nach einer ersten Schätzung der Polizei liegt der Sachschaden bei rund 70 000 Euro.

Neonazis
Wittener spricht von einer „offenen rechtsradikalen Szene“

Lasse Wichert, der sich seit langem gegen Rechtsradikalismus in Witten engagiert, beobachtet die Entwicklungen der jüngsten Zeit mit Sorge.

Die Hauptgebäude des benachbarten Instituts für Waldorfpädagogik waren durch den Brand nicht gefährdet. Die Brandursache ist noch unklar. Laut Polizeisprecher Volker Schütte kann ein fremdenfeindlicher Hintergrund ebenso wenig ausgeschlossen werden wie ein technischer Defekt. Beides sei noch „reine Spekulation“.

Spürhunde sollen nach der Brandursache suchen

Der „Tatort“ wurde abgesperrt. Der Staatsschutz der Bochumer Polizei koordiniert die Ermittlungen. Zeugen werden gebeten, sich dort unter 0234 / 909 4505 zu melden. Das Kommissariat für Brandermittlungen hat einen unabhängigen Brandsachverständigen hinzugezogen. Zehn Kripo-Beamte und Brandexperten untersuchten am Montag die Brandruine und ihr Umfeld. Auch Spürhunde wurden dabei eingesetzt.

Die Holzbaracken standen noch leer. In etwa einer Woche sollten dort Familien aus Syrien und dem Irak – insgesamt 25 Personen – einziehen. Das Amt für Wohnen und Betreuung sucht für sie jetzt eine andere Unterkunft.  Das Feuer weckt Erinnerungen an den Brandanschlag vom September auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Bommern .

Feuer in Flüchtlingsheim

 

Kommentare
26.01.2016
17:45
KWT bedeutet kein weiterer Text
von vomDach | #43

und das sollte Harry Hirsch jetzt bitte auch besser sein lassen.
Weil es bringt nichts nur zu texten ohne Sinn und Verstand.
Übrigens Harry Hirsch ist...
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Flüchtlingsunterkunft in Witten zu zwei Dritteln zerstört
Flüchtlingsunterkunft in Witten zu zwei Dritteln zerstört
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http://www.derwesten.de/staedte/witten/feuer-in-geplanter-fluechtlingsunterkunft-in-witten-id11493308.html
2016-01-25 07:35
Witten