Feststimmung und Rock ’n’ Roll
12.12.2011 | 19:20 Uhr 2011-12-12T19:20:00+0100
Witten.Feierliche Stimmung erfüllte die Evangelische Kirche in Bommern. Pünktlich zum dritten Advent gab der Männerchor Lyra hier das erste seiner zwei Weihnachtskonzerte. Weitaus stärker gefüllt als bei so manchem Gottesdienst waren an diesem Nachmittag die Kirchenbänke.
Doch vorne am Altar regierte diesmal nicht das gesprochene Wort, sondern die Musik. In schmucken Anzügen mit Fliege bauten sich die Chormitglieder von Lyra in der Apsis auf. Über ihnen leuchtete ein großer Weihnachtsstern. Im Mittelgang des Kirchenschiffs schwebte der Adventskranz mit seinen drei flackernden Kerzen.
Für diese sakral-feierliche Atmosphäre brachte der Chor, unter Leitung von Stefan Lex, ein Programm aus geistlichen und weltlichen Weihnachtsliedern mit. Begleitet wurde der Männerchor von Sigrid Althoff am Klavier und von Violinistin Zsuzsa Debre.
Die Auswahl des Repertoires reichte dabei vom christlichen „Agnus Dei“ über „Macht hoch die Tür“ bis hin zum beschwingten „Winterwunderland“. Die wundervolle Akustik der Kirche kam dem mitgliederstarken Chor entgegen: Stimmgewaltig bildete sich im Nachhall des Sakralraums ein harmonisch runder Klang.
Zentraler Programmpunkt der diesjährigen Weihnachtskonzerte ist das „Lyra Weihnachts-Überraschungspaket“, dessen musikalischer Inhalt in den Programmheften mit voller Absicht geheimnisvoll unangekündigt bleibt. Verraten sei nur soviel: Es kommen mit Anna, Alexandra und Laura Lex drei äußerst talentierte junge Sopranstimmen hinzu, die gemeinsam mit ihrem Vater Stefan Lex und der Gesangsvereinigung Lyra musizieren.
Im vielfältigen Programm fehlt es aber auch nicht an Instrumentalstücken. Für das zweite Weihnachtskonzert (am kommenden Sonntag im Saalbau) konnten die Sänger das Salon-Ensemble „Pomp-A-Dur“ gewinnen. Beim ersten Konzert in der Evangelischen Kirche aber trat nur Violinistin Zsuzsa Debre ohne ihr Mitstreiterinnen an. Sie trug klassische Stücke - wie die „Air“ von Johann Sebastian Bach - einzig mit Piano-Begleitung von Sigrid Althoff vor.
Chorleiter Stefan Lex ist bei den Weihnachtskonzerten auch mehrfach als Tenor-Solist zu hören. Der ausgebildete Sänger begeisterte das Publikum vor allem mit dem Stück „Pie Jesu“ aus der Requiem-Messe von Andrew Lloyd Webber.
Nach den anmutig getragenen Sakralgesängen aber wandelte sich das akustische Bild vollkommen. Nun durften die Lyra-Herren gegen Konzertende richtig losrocken. Um das bis dato andächtige Publikum und Chor in die richtige Rock’n Roll-Stimmung zu bringen, fehlt es dem charismatischen Chorleiter und Moderator nicht an Worten: „Bei den Proben habe ich den Sängern immer gesagt: Geht nach Hause, nehmt eure Frauen und tanzt!“ Beim Konzert ließen die altehrwürdigen Kirchenbänke zwar keine flotten 70er-Jahre-Schritte zu, aber kräftig mitgeklatscht werden durfte allemal.
Nach mehreren Zugabeforderungen dürfen sich die Lyra-Fans jetzt auf das zweite Weihnachtskonzert im Saalbau am nächsten Sonntag freuen. Der große Saal ist jetzt bereits restlos ausverkauft.
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