Falsch verstandene Loyalität kann nicht ausschlaggebend sein

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m Kreis der Kandidaten vermisse ich den Namen des ständigen Vertreters der jetzigen Bürgermeisterin, den von Frank Schweppe.

Als seinerzeit der damalige Stadtbaurat Dorsch einen juristisch vorgebildeten persönlichen Referenten suchte, wurde Frank Schweppe bei der Bezirksregierung in Arnsberg abgeworben. 1995 wurde er Leiter des Bauverwaltungsamtes und einige Jahre später mitleitender juristischer Mitarbeiter des Rechtsamtes. Nach Ausscheiden des damaligen juristischen Beigeordneten Dr. Franz Otto wurde er vom Rat zu dessen Nachfolger gewählt. Seine letzte Wahl (dritte Amtszeit) erfolgte durch den Rat der Stadt einstimmig!

Sein Dezernat umfasst Ordnungsamt, Amt für Wohnen und Soziales, Jugend- und Schulamt, Sportamt und Stadtsportring, Volkshochschulzweckverband und Integrationsrat. Er kennt die Gesamtverwaltung, jedoch auch die Probleme unserer Stadt in- und auswendig.

Sonja Leidemann wird nicht als Kandidatin der SPD zur Wiederwahl antreten können. Was liegt im Interesse der Stadt Witten näher, als den bisherigen jahrelangen ersten Vertreter der Bürgermeisterin als gemeinsamen Kandidaten der SPD/CDU, also der so genannten großen Koalition, aufzustellen?

Insider wollen zwar vernommen haben, dass Frank Schweppe als Bürgermeisterkandidat aus Loyalität nicht gegen die jetzige Bürgermeisterin antreten möchte. Abgesehen davon, dass sich Sonja Leidemann bis heute noch nicht geäußert hat, ob sie sich überhaupt als Einzelbewerberin zwecks Wiederwahl anmelden will, kann doch falsch verstandene Loyalität nicht dafür ausschlaggebend sein, ob der objektiv geeigneteste Bürgermeisterkandidat seine jahrelangen Erfahrungen zum Wohle der Bürger fortan als Bürgermeister zur Verfügung stellt.

Also sollten SPD und CDU Frank Schweppe bitten, sich als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung zu stellen. Die wenigen Wochen bis zum Wahltag wird er auch gemeinsam mit Frau Leidemann überleben. Alois Schmidt war selbst viele Jahre bei der Stadt Witten tätig