Fachtagung gegen Gewalt warnt vor „aberwitzigen Bildern“ im Internet

99 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen haben inzwischen ein eigenes Smartphone, 91 Prozent mit Internetanschluss. Diese Fakten nannte Muna Hischma von der Awo Ennepe-Ruhr bei der dritten Fachtagung „Hinschauen, Gewalt verhindern und Opfer schützen“.

Dazu waren mehr als 80 Fach- und Leitungskräfte aus Schulen, Jugendhilfe, Kindertageseinrichtungen und Offener Ganztagsschule aus dem gesamten EN-Kreis auf Einladung der AWO-EN ins Schwelmer Ibach-Haus gekommen.

„Wir sprechen nicht mehr miteinander, wir schicken uns nur noch Nachrichten“, stellte Bürgermeister Jochen Stobbe in seiner Begrüßung fest und fragte: „Wo sind die Ursachen?“ Auch darum ging es bei dieser Tagung.

Stobbe machte deutlich, dass es „Mobbing“ schon immer gegeben habe, „auch als es das Wort noch gar nicht gab“. Da sei man von einer überschaubaren Gruppe gehänselt und geärgert worden, habe sich aber, wenn es gut ging, neue Freunde gesucht. Heute gebe es keine Freunde mehr, sondern nur noch „Follower“.

Um überhaupt noch beachtet zu werden, stellten junge Menschen „immer aberwitzigere Bilder“ von sich in die Soziale Netzwerke. „Am Ende zählen nur die zehn Sekunden Aufmerksamkeit, die so etwas erzeugt“, meinte Stobbe. Zurücknehmen könne man die „Postings“ nicht mehr: „Das Internet vergisst nichts.“