Existenz vernichtet - abgebranntes Haus in Witten war nicht versichert

Thomas Scheele (33) und seine Lebensgefährtin Frederike Knehans (24) haben nach dem Brand große Sorgen.
Thomas Scheele (33) und seine Lebensgefährtin Frederike Knehans (24) haben nach dem Brand große Sorgen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit vier Wochen war das Haus in Witten, das in dieser Woche ausgebrannt ist, nicht mehr versichert. Der verzweifelte Besitzer bittet um Hilfe.

Witten.. Von der rot-weißen Markise ist nur noch ein schmaler Streifen übrig geblieben, wie ein amtliches Flatterband hängt er am Balkon: Aber hier gibt es nichts mehr abzusperren. Das Feuer, das in der Nacht zum Mittwoch im Haus am Kohlensiepen 86 in Witten ausgebrochen ist, hat alles zerstört. Und damit steht Eigentümer Thomas Scheele vor den Scherben seiner Existenz: Denn der 33-Jährige war nicht versichert.

Vor 20 Jahren hatte Scheeles Mutter eine Immobilienversicherung abgeschlossen, vor rund zehn Jahren – als die Doppelhaushälfte auf ihn überschrieben wurde – hat ihr Sohn sie übernommen. Doch in diesem Jahr hat er die Beiträge nicht bezahlt: „Ich wollte erst die Endabrechnung für Strom und Wasser vom Tisch haben, wir hatten eine hohe Nachzahlung“, erzählt der Fleischer verzweifelt. Dann noch die gestiegene Grundsteuer, das war zu viel für das Konto des Anneners, der finanziell auch noch ordentlich an Hypothek und seiner Scheidung zu knacken hat. Vor einem Monat wurde ihm die Versicherung gekündigt. Dann kam das Feuer.

Kurzschluss im Kühlschrank

Ausgelöst wurde der Brand offenbar durch einen Kurzschluss in einem Kühlschrank, der auf dem Balkon eingestöpselt war. Die Flammen griffen rasch aufs Dach über. Der Dachstuhl ist komplett zerstört, die Rückseite des Hauses auch: Die Isolierung ist geschmolzen, die Scheiben sind zersprungen. Im Kinderzimmer ist alles verkohlt – Sohn Alexander (10) schlief in der Unglücksnacht zum Glück bei der Oma, eine Etage tiefer.

Zu den Brandschäden kommen die Schäden, die das Wasser jetzt bringt: Im Schlafzimmer wölbt sich bereits die Decke unter der Last des Löschwassers, das in den Spitzboden gelaufen ist, im Flur tropft es. „Ach du Schreck, guck mal, da ist auch schon ein dicker Wasserfleck“, sagt Scheeles Lebensgefährtin Frederike Knehans und zeigt an die Wohnzimmerdecke.

Eile tut not

Eile tut not: Die Wettervorhersage fürs Wochenende sieht übel aus. Schnell muss eine Plane fürs zerstörte Dach her, damit der Regen dem Haus nicht den Rest gibt. Trocknungsgeräte könnte ein Bekannter organisieren. Aber das Haus hat keinen Strom, wurde vorsichtshalber vom Netz genommen: Der Sicherungskasten hat gebrannt, Scheele ist nicht sicher, ob die Elektrik noch funktioniert. „Und die Anschlüsse für die Nachtspeicherheizung sind auch in der Wand, an der es gebrannt hat.“

Der 33-Jährige weiß nicht, was er zuerst machen soll – und er hat kein Geld, die Handwerker zu bezahlen. Die alte Versicherung habe bereits abgewunken: Nichts zu machen. Die Bank hat sich noch nicht gemeldet. Dafür aber viele, viele Freunde: Nachbarn hätten ihre Hilfe angeboten, sein Chef habe ihn erstmal freigestellt, bei einer Bekannten im Königsholz können alle vier – Thomas Scheele mit Sohn, Freundin und Mutter – erst einmal wohnen. So lange es nötig ist . . .

Helfer können sich melden

Doch das kann dauern. Dach und Fenster müssen dicht gemacht werden, die Elektrik muss geprüft werden. Der Schutt muss weg – aber dafür fehlen die Sondermüll-Container. Thomas Scheele ist mit seinen Nerven am Ende: „Wir brauchen Hilfe. Bitte!“ Wer helfen kann, möge sich melden: 0160/ 90 88 58 25.