EvK Witten gilt nun als „schmerzarmes Krankenhaus“

Schmerzmanagement am EvK in Witten: (v.l.) Irene Harras,Andrea Pauliuc, Dr. Thomas Meister,Dr. Michael Luka, Dr. Joachim Abrolat, Ingeborg Drossel und Dr. Christoph Hackmann freuen sich über die Zertifizierung.
Schmerzmanagement am EvK in Witten: (v.l.) Irene Harras,Andrea Pauliuc, Dr. Thomas Meister,Dr. Michael Luka, Dr. Joachim Abrolat, Ingeborg Drossel und Dr. Christoph Hackmann freuen sich über die Zertifizierung.
Foto: WAZ
Das Ev. Krankenhaus Witten erhielt ein Gütesiegel, weil sein neues Therapiesystem bei der Schmerzlinderung hilft.

Witten..  Ein Krankenhausaufenthalt ist eigentlich zwangsläufig mit Schmerzen verbunden. Aber zu viel Weh muss nicht sein: Das Ev. Krankenhaus hat im letzten Sommer ein neues Konzept zur Schmerztherapie eingeführt. Im März wurde es nun als „schmerzarme“ Einrichtung zertifiziert.

Bis zu 5000 Euro kostet eine solche Prüfung für das Gütesiegel des TÜV Rheinland. Freilich kann man ein Projekt erst zertifizieren lassen, wenn es bereits gut läuft. „Wir waren ganz erstaunt, wie sehr unser Schmerzmanagement gelobt wurde“, sagt Thomas Meister, Chefarzt der Klinik für Anästhesie. „Wahrscheinlich weil es so einfach ist.“

Das neue Konzept gilt für alle Stationen und alle Mitarbeiter des EvK, es sei eine Dienstanweisung, so Meister. Zur Behandlung werden auch auf allen Stationen dieselben Substanzen eingesetzt, solche mit wenigen Nebenwirkungen.

Neu ist, dass das Schmerzempfinden der Patienten nun fortwährend erfasst wird. „Drei Mal täglich fragen wir nach“, so Andrea Pauliuc von der Pflegeabteilung. Die Patienten schildern ihr Empfinden auf einer Skala von 0 (keine) bis 10 (maximale vorstellbar).

Zudem wird mit den Kollegen aus der Physiotherapie enger zusammengearbeitet: Kälte- und Wärmeanwendungen oder Elektrotherapie wurden zwar schon vorab angewendet. „Aber diese Möglichkeiten werden jetzt noch kompakter berücksichtigt als das vorher der Fall war“, so Onkologe Christoph Hackmann.

Für Patienten wichtig: Wer nun über akute Schmerzen etwa nach einer OP klagt, kann sich bereits vom Pflegepersonal ein Medikament geben lassen. „Früher musste die Schwester dazu erst den Arzt fragen. Heute kann sie bei der ersten Anfrage tätig werden, muss die Gabe aber dokumentieren. Erst bei der zweiten Nachfrage kommt ein Arzt hinzu“, erklärt Meister. Letztlich werde der Patient so schneller betreut, gesundet schneller und sei nach einer Operation wieder schneller belastbar. Schmerztherapie im Krankenhaus diene eben nicht nur dem Wohlbefinden, sondern beschleunigt auch den Heilungsprozess. Letztlich könnten die Patienten nun die Klinik schneller verlassen.