Evangelisches Krankenhaus Witten wächst weiter

Mit Unterstützung der Sparkassen- und Bürgerstiftung schaffte das Ev. Krankenhaus im August ein Niederflurbett für die Palliativstation an.
Mit Unterstützung der Sparkassen- und Bürgerstiftung schaffte das Ev. Krankenhaus im August ein Niederflurbett für die Palliativstation an.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Was wir bereits wissen
Volles Haus und drei positive Jahresabschlüsse in Folge: Zufrieden zeigt sich der Chef des Ev. Krankenhauses, Bitter. Er übt allerdings auch Kritik.

Witten..  Das Evangelische Krankenhaus (EvK) freut sich „zum dritten Mal in Folge“ über ein positives Jahresergebnis. Damit sei der Konsolidierungskurs der letzten Jahre fortgesetzt worden, sagte Geschäftsführer Bitter bei einer Mitarbeiterversammlung.

Zu verdanken sei die positive wirtschaftliche Entwicklung vor allem den deutlich gestiegenen Patienten- und Umsatzzahlen. 2014 wurden laut Klinik über 10 000 Patienten an der Pferdebachstraße stationär behandelt, fast 2000 mehr als noch vor fünf Jahren. Die Belegungszahlen seien in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Durch die Sanierung des Hauses habe man die Attraktivität deutlich gesteigert. Allen Patienten stünden nun moderne Zimmer mit großen barrierefreien Badezimmern zur Verfügung.

Altersmedizin als Schwerpunkt

Mit Blick auf die demografische Entwicklung sieht Heinz-Werner Bitter das Ev.K, das einen altersmedizinischen Schwerpunkt in Medizin, Pflege und Therapie hat, für die Zukunft gut aufgestellt. Dieses Standbein soll in den kommenden Jahren weiter verstärkt werden, etwa durch Schaffung des geriatrischen Versorgungsverbundes „Netzwerk Geriatrie“ im Evangelischen Verbund Ruhr.

Dass das Krankenhaus mit 300 Betten wieder auf Wachstumskurs ist, war nicht immer selbstverständlich. 2004, damals noch in der Trägerschaft des Diakoniewerks Ruhr Witten, steckte die Klinik in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 2005 sprang die Diakonie Ruhr als Retter in der Not ein und übernahm das Haus. Seit 2012 schreibt das EvK wieder schwarze Zahlen. Diakonie Ruhr und die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel bilden seit 2011 den Evangelischen Verbund Ruhr.

Kritik an politischen Rahmenbedingungen

Nicht zufrieden ist der heutige Geschäftsführer mit den politischen Rahmenbedingungen. Sie machten es den Krankenhäusern immer schwerer, ihrem hohen Qualitätsanspruch in der Versorgung der Patienten nachzukommen, so Bitter, der die Krankenhausgemeinschaft mit insgesamt drei Kliniken leitet. „Bis 2060 werden wir an chronischer Mangelverwaltung im Gesundheitswesen leiden.“ Das geplante Pflegestellenförderprogramm der Bundesregierung zur Stärkung des Pflegedienstes am Bett sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein.