Evangelisches Krankenhaus Witten stolz auf DIN EN 15224

Die DIN-Norm verlangt bestimmte Pflegestandards und medizinische Behandlungspfade. Sie ist bindend für alle Mitarbeiter des Ev. Krankebnhauses.
Die DIN-Norm verlangt bestimmte Pflegestandards und medizinische Behandlungspfade. Sie ist bindend für alle Mitarbeiter des Ev. Krankebnhauses.
Foto: Gorny
Was wir bereits wissen
Das Ev. Krankenhaus hat sich nach der DIN-Norm „EN 15224“ zertifizierten lassen, „der Norm für Gesundheit“, wie es heißt. Was haben Patienten davon?

Witten..  „DIN EN 15 224“ – hinter diesen Buchstaben und Zahlen steckt eine DIN-Norm, die für das Evangelische Krankenhaus (EvK) und seine 400 Mitarbeiter viel bedeutet. „Das wird d i e Norm für Gesundheit werden“, so Verwaltungsdirektor Dr. Joachim Abrolat.

Wie kurz berichtet, hat die Klinik an der Pferdebachstraße diesen „Tüv“-Stempel, man könnte auch Qualitätssiegel sagen, nach vierjähriger Vorbereitung bekommen. Dass das Krankenhaus das sie prüfende Institut selbst bezahlt hat, also quasi der Auftraggeber war, heißt nicht, dass die Zertifizierung deshalb weniger wert ist. Abrolat: „Den Tüv für Ihr Auto bezahlen Sie ja auch selbst.“

Prüfung von der Bettenaufbereitung bis zur OP

Geprüft wurden Arbeitsabläufe im Krankenhaus, Qualitäts- und Risikomanagement der Klinik. „Von der Bettenaufbereitung bis zum OP“ sei das ganze Haus unter die Lupe genommen worden. Untersucht wurde etwa, wie Entscheidungen, die „oben“ getroffen werden, „unten“ ankommen. Wie steht es um die Händedesinfektion? Werden hier die vorgeschriebenen Prozesse eingehalten? Und gibt es vorgeschriebene medizinische Behandlungspfaden, die „standardisierte Sicherheit“ bedeuten, so Abrolat. Schließlich wiederholten sich 70, 80 Prozent der Erkrankungen immer wieder. Werden auch Abweichungen dokumentiert?

Oder nehmen wir die Onkologie, deren Forschungsgesellschaft den Weg der Diagnostik vorgibt, was eine schnellere, effizientere Diagnose bedeuten kann. So könne man dem Patienten einen Diagnostikmarathon ersparen, sagt Abrolat. „Ein Internist guckt zuerst drauf. Wenn die Diagnose nicht sofort klar ist, kommt der Onkologe hinzu.“

Armbänder für Patienten

Thema Patientensicherheit: Damit nicht der falsche unters Messer kommt, wurden Patientenarmbänder eingeführt. Auch in der Pflege gibt es zentral hinterlegte Standards, die klar definieren, was zu tun ist – etwa, um Wundliegen zu vermeiden.Was alles nicht bedeuten muss, dass im EvK nichts mehr schief geht. Mitarbeiter sind gehalten, Beinahe-Fehler bzw. Fehler zu dokumentieren.

Das EvK will sich auf der DIN-Norm nun auch nicht ausruhen. Abrolat: „Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung.“ Für dieses Jahr holt man sich den TüV Süd ins Haus. Er soll die Klinik als schmerzarmes Krankenhaus zertifizieren.