Erotik-Märchen fesselt nicht alle Wittener Zuschauer

Schlange stehen am Burg-Kino beim Filmstart von „Fifty Shades of Grey".
Schlange stehen am Burg-Kino beim Filmstart von „Fifty Shades of Grey".
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Die Premiere von „Fifty Shades of Grey“ im Burg-Kino machte neugierig. Die Mehrzahl der Besucher war weiblich. Und hinterher zufrieden?

Witten..  Jetzt haben sie endlich ein Gesicht - die Liebenden aus dem Erotikmärchen „Fifty Shades of Grey“. Die gleichnamige Trilogie der Schriftstellerin E.L.James war ein Welterfolg. Die Filmversion wurde vor allem von Frauen heiß ersehnt.

Jetzt läuft die außergewöhnliche Liebesepisode zwischen Anastasia und Christian im Burg-Kino. Liebe mit Knebelvertrag und Peitsche. Ohne gemeinsame Nächte. Am Premierentag zog es überwiegend weibliche Zuschauer in den Filmpalast. Schließlich war Weiberfastnacht. „Kino statt Kneipe“ war angesagt. Bereits eine halbe Stunde vor Filmbeginn standen die Gäste im Foyer Schlange. Die Atmosphäre knisterte. Die Spannung wuchs.

„Lesen ist für mich Kopfkino“

„Ich habe das Buch gelesen und das war total spannend“, lacht Gudrun Pfennig (56). „Lesen ist für mich Kopfkino. Da malt sich die Phantasie die Bilder aus.“ Begleitet wird sie von Maria Giletti (50). „Ich bin mal gespannt, wie die Erotik-Szenen ins Licht gerückt werden“, ergänzt sie. „Liebe ist erotisch und soll es auch bleiben. Und Erotik ist kein Porno.“

Gleich 40 Leute, alles Frauen, hat Heike Sumann (48) zum Film-Event eingeladen. „Wir lassen uns überraschen. Schließlich hat man schon soviel gehört.“ Maria Schneider gehört mit zur Frauentruppe. Sie kommt gerade vom Rathausplatz. „Hey Leute, nach dem Film hat übrigens der Sex-Shop noch geöffnet“, ruft sie ihren Freundinnen lachend zu.

Mit Popcorn und dem Papa

Natascha Niepmann fühlt sich mit ihren 44 Jahren gerade im schönsten Alter. „Was ich mir vom Film verspreche? Guten Sex und eine feuchte Hose“, meint sie direkt und ungeniert. Nadine Wolf (23) hat alle drei Bücher verschlungen. „Jetzt bin ich total neugierig auf den Film“, sagt sie und hat sich mit einer großen Tüte Popcorn versorgt. Aus Zufall und aus Gütersloh ist Neele Büchsenschütz (19) mit ihrem Vater Axel (51) im Burg-Kino gelandet. „Wir hatten in Witten zu tun, waren gemeinsam essen und haben uns spontan dazu entschlossen“, freut sich Neele.

Gut zwei Stunden später ist der Kinoabend vorbei. Zufriedene oder enttäuschte Gesichter? Die Stimmung ist durchwachsen. Nicht mehr so euphorisch wie vorher. Daniela (35) und Sven (35) Jansen sind etwas enttäuscht. „Wir haben mehr erwartet. Der Film zog sich streckenweise wie Kaugummi hin.“ Harmloser als erwartet - findet Vera Bray (47) den Film. Für sie war das Buch eindeutig besser. Julia (43) hat den Filmabend genossen. „Die Schauspieler waren gut, die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes fesselnd. Nur das Ende war etwas abrupt. Kein Happy End.“ In der Tat - zum Schluss stehen sich die Liebenden traurig gegenüber. Er sagt: „Ana“. Sie sagt: „Christian“. Abspann.