Erleichterung nach Festnahme des mutmaßlichen Brandstifters

In dem Moschee-Gebäude an der Wideystraße leben drei Familien. Wäre das Feuer in der Nacht nicht von selbst ausgegangen, hätte Unvorstellbares passieren können. Dem Tatverdächtigen wird schwere Brandstiftung vorgeworfen, Mindeststrafe ein Jahr.
In dem Moschee-Gebäude an der Wideystraße leben drei Familien. Wäre das Feuer in der Nacht nicht von selbst ausgegangen, hätte Unvorstellbares passieren können. Dem Tatverdächtigen wird schwere Brandstiftung vorgeworfen, Mindeststrafe ein Jahr.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die schnelle Festnahme des mutmaßlichen Moschee-Brandstifters sorgt allenthalben für große Erleichterung. Allerdings schweigt der Tatverdächtige.

Witten..  Die Erleichterung ist groß nach der Festnahme des mutmaßlichen Moschee-Brandstifters, sowohl bei der Polizei als auch in der türkisch-islamischen Gemeinde.

„Uns fällt ein Riesenstein vom Herzen“, erklärt Polizeisprecher Axel Pütter nach dem schnellen Fahndungserfolg. Ein 24-jähriger wurde am späten Freiagnachmittag unter dringendem Tatverdacht in seinem Vorgarten in Sprockhövel festgenommen. Er ließ sich widerstandslos abführen, hüllt sich aber in Schweigen. Bisher geht die Polizei nicht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Zumindest deute derzeit nichts daraufhin. „Es gibt keine Sachbeweise, das er eine politische Motivation hatte“, sagt Pütter. Der Tatverdächtige gehöre h keiner rechtsextremen Szene an.

Nun sitzt der gebürtige Wittener in Untersuchungshaft. Ihm wird schwere Brandstiftung vorgeworfen. Die achtköpfige Ermittlungskommission glaubt, dass der junge Mann am späten Montagabend, 13. April, beide Brände gelegt hat – erst gegen 23.20 Uhr am Haus der Jugend in der Nordstraße, dann eine halbe Stunde später im Gebetsraum der Sultan Ahmet Moschee in der Wideystraße. Bilder aus Überwachungskameras führten letztlich auf seine Spur.

Wie berichtet, war der mutmaßliche Täter sowohl in der Moschee gefilmt worden, wo er Benzin auf dem Teppich ausschüttete und anzündete, als auch an zwei Aral-Tankstellen auf der Sprockhöveler Straße, wo er sich den nötigen Sprit besorgt haben soll. Der entscheidende Tipp ging bei der Polizei ein, nachdem diese das zweite Foto von dem Mann veröffentlich hatte. Es zeigt, wie er gegen 22.15 Uhr Benzin in einen roten Kanister an der Aral Höhe Herbeder Straße füllte.

Anders als beim zweiten Tankdiebstahl, der eine Stunde später an der Aral Höhe Crengeldanz erfolgte und ebenfalls auf den Bildern von Überwachungskameras zu sehen ist, hatte die Tankstelle Höhe Herbeder Straße diesen Tankbetrug noch gar nicht angezeigt. Die Polizei bekam erst Kenntnis davon, als sie am Freitag mit Bereitschaftspolizei die Gegend abklapperte und das erste Fahndungsfoto zeigte, auch an besagter zweiter Tankstelle. Zwei konkrete Tipps – davon einer aus Sprockhövel – führten schließlich nach Veröffentlichung des Tankbetrugfotos an der Herbeder Straße zu dem Gesuchten und seiner Wohnung in der Wittener Nachbarstadt.

Da der bisher allenfalls wegen „Kleinigkeiten“ auffällig gewordene 24-Jährige nicht mit der Polizei spricht, müssen ihm die Ermittler die Taten anhand von Indizien nachweisen. „Aber auch da sind wir guter Dinge“, sagt Hauptkommissar Axel Pütter. „Wir haben verschiedenste Spuren.“