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Entsetzen über Randale

20.02.2012 | 18:50 Uhr
Entsetzen über Randale
Am Freitag, 17. Februar 2012 stürmten Hooligans von Wattenscheid 09 nach einem Spiel gegen TuS Heven das Jugendzentrum Freeze. Rund 30 Jugendliche versteckten sich hinter einer Stahltür im Büro, es gab Knochenbrüche, mit einer Bank wurde die Eingangstür eingeschlagen.. Im Bild sind Nadine S. (29, Betreuerin) und Daniel W. (18) hinter der Stahltür im Büro, in dem sich die Jugendlichen versteckten. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Witten.Die 1. Mannschaft der SG Wattenscheid 09 will nach dem Fan-Krawall im Jugendzentrum Freeze ein Benefizspiel gegen den TuS Heven zu Gunsten der Jugendeinrichtung austragen.

Ein entsprechendes Angebot will der Teammanager des Vereins Marco Ostermann (42) dem Hevener Club zuleiten. Für die Hooligans, die am Freitagabend regelrechte Hetzjagden auf Hevener Fans gemacht und dabei das Jugendzentrum Freeze am Hellweg verwüstet hatten, findet Ostermann harte und klare worte. „Wir distanzieren uns absolut von diesen Leuten, die den guten Namen unseres Vereins in Verruf bringen und werden mit Härte gegen diese Leute vorgehen. Gleichzeitig entschuldigen wir uns in aller Form beim TuS Heven und den Jugendzentrum Freeze.“

Ostermann betont die gute Jugend- und Fan-Arbeit seines Vereins, die durch eine Handvoll Randalierer großen Schaden genommen habe. „Von 500 Fans sind 475 friedlich und freuen sich an einem tollen Fußballspiel. Ein paar Deppen sind immer dabei. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“

Ein Mitarbeiter im Ordnungsamt Witten aus dem Bereich „Allgemeine Gefahrenabwehr“ hat das Wüten der Randalierer beobachtet und wurde mit Schlägen bedroht. „Dabei sah ich, wie einer der Fans versuchte, mit extremer Gewalt ein mit zwei Stahlrohren in der Erde einbetoniertes Haltestellenschild, welches sich nicht mehr im unmittelbaren Bereich des Jugendheims befindet, aus dem Boden zu kippen. Einen Einwand, dass die Jugendlichen die Wattenscheider Anhänger provoziert hätten, kann ich aus diesem Grund nicht gelten lassen.“

Zum Glück eine Stahltür

„Ich bin froh, dass wir uns mit den Jugendlichen in Sicherheit bringen konnten. Sonst wäre mehr passiert“, sagt Martin Schrage (47), Leiter des „Freeze“. Das Büro des früheren Schwimmbades hätte zum Glück auch eine Stahltür gehabt. „Wir haben uns dort eingeschlossen und gehört, wie es draußen geknallt hat“, erinnert er sich an die schlimmen Momente. Den Schaden schätzt er auf rund 1000 Euro.

Bewusst habe man das „Freeze“ nach den Vorfällen am Freitagabend bereits am Samstag und Sonntag wieder für die Jugendlichen geöffnet, „denn sie waren sichtlich verstört und wir wollten ihnen die Möglichkeit geben, das Geschehen in Gespräche aufzuarbeiten“, so Schrage.

Für die Zukunft meint er, dass es bei solchen Spielen des nahe gelegenen TuS Heven, die schon im Vorfeld als „brisant“ gelten, sinnvoll sei, dass mehr Polizei am Jugendzentrum postiert werde. Schrage: „Oder man müsste darüber nachdenken, das Haus an solchen Tagen zu schließen.“

Bernd Kassner, Michael Vaupel

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Kommentare
21.02.2012
14:11
Blockierter Kommentar.
von onliner | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.02.2012
07:17
Entsetzen über Randale
von rally | #1

unglaublich, die Gewaltbereitschaft wird immer schlimmer! Es gibt immer mehr Idioten auf dieser Welt :-(

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