Ensemble Ruhr erinnert an Nazi-Gräuel

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Zu einer Musik- und Theaterperformance ein lädt das Haus Witten am Mittwoch, 28. Januar, ab 19.30 Uhr.

Anlässlich des Holocaust Gedenktages 70 Jahre nach Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert das Ensemble Ruhr zusammen mit dem Starklarinettisten und zweifachen Echo-Klassik-Preisträger David Orlowsky an ein dunkles Kapitel des Ruhrgebietes: Am 11. September 1944 werden bei einem Luftangriff Zwangsarbeiterinnen im KZ Außenlager in Gelsenkirchen-Horst getötet oder schwer verletzt. Dem Chefarzt des Gelsenkirchen-Rotthauser Krankenhauses gelingt es, unter schwierigen Umständen 17 dieser Frauen vor der Gestapo zu retten und im Keller seines Krankenhauses bis zur Befreiung durch die US-Truppen zur Genesung zu bringen.

Anhand von Zeitzeugenaussagen Überlebender entwickelte die Regisseurin Tatjana Sarazhynaska eine Inszenierung, in der neben den Schauspielern Markus und Marla Kiefer auch die Musiker des Kammerorchesters Ensemble Ruhr als Akteure eingebunden werden. Auf dem Programm stehen Klezmer Arrangements und das Streichquartett Nr. 4 op. 20 (1945) des russisch-jüdischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg in einer Fassung für Streichorchester.

Weinberg, dessen gesamte Familie von den Nationalsozialisten umgebracht wurde, begriff das Komponieren als Trauerarbeit und wollte mit seiner Musik an das tragische Schicksal Millionen ermordeter Juden erinnern. Das Ensemble Ruhr sprengt mit seinen wegweisenden Projekten die Grenzen zwischen den Künsten, den Epochen und den Generationen: In spartenübergreifenden Kooperationen und mit Mut zu neuen Inszenierungen öffnet das Orchester neues Publikum für die Musik. Egal, ob im Fußballvereinsheim oder im Konzertsaal, in Verbindung mit Lichtinstallationen, Poetry Slam, Fotografien oder Schauspielkunst – das Ensemble Ruhr schafft Verbindungen und zeigt innovative künstlerische Wege auf.

Die Eintritt beträgt 12,60 Euro. Infos: