Eltern sollen für Säuglinge zwei statt sechs Euro Eintritt im Saalbau zahlen

Dass Eltern ihre Säuglinge nicht umsonst mit in eine Vorstellung im Saalbau nehmen können, beschäftigte vor rund einem Monat die Öffentlichkeit. Zwei Elternpaare aus Witten hatten sich darüber beschwert, dass sie für ihre Neugeborenen sechs Euro Eintritt an der Theaterkasse zahlen sollten.

Das Kulturforum, das den Saalbau betreibt, hat den Fall jetzt beraten -- auch mit der Kulturgemeinde, die den Saalbau für ihr Kindertheater nutzt. Das Ergebnis: In Zukunft sollen Eltern für Säuglinge im Saalbau nicht mehr sechs Euro, sondern zwei Euro Eintritt bezahlen.

„Wir halten das für einen guten Kompromiss“, sagt Hendrikje Spengler vom Kulturforum. Aus brandschutztechnischen Gründen sei es nicht möglich, keine Eintrittskarten zu vergeben. „Jeder Besucher, der in den Saal kommt, muss auch eine Karte haben, damit die Feuerwehr im Notfall nachhalten kann, wie viele Menschen sich im Gebäude befinden", sagt Spengler.

Warum verschenkt man die Karte nicht einfach? „Wir zahlen für jeden Besucher Gema-Gebühren und andere Abgaben. Bei zwei Euro Eintritt verdienen wir nichts", betont Spengler. Grundsätzlich wolle man Eltern in Notsituationen natürlich helfen.

Aber: „Babys in einer Theatervorstellung, die nicht geeignet ist, sollten nicht zum Normalfall werden. Es gibt nicht umsonst die Altersempfehlung bei unseren Stücken“, sagt Edelgard Bach von der Kulturgemeinde. Sie müsse beide Seiten im Blick haben. „Natürlich kann ich Eltern verstehen. Aber ich muss auch an die anderen Zuschauer denken, die durch einen Säugling möglicherweise gestört würden. Die haben auch für die Karte bezahlt und wollen das Stück genießen.“