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Eine-Welt-Gruppe sammelt seit Jahren für Brasilien

01.03.2016 | 18:56 Uhr
Eine-Welt-Gruppe sammelt seit Jahren für Brasilien
Der vierjährige Samar bekommt von seiner Mutter ein Probehäppchen von dem, was Norbert Gewitzsch beim so genannten Fastenessen aufgetischt hat: schwarze Bohnen mit Reis und Apfelsinenstücken.Foto: Jürgen Theobald (theo)

Witten.   Die Eine-Welt-Gruppe der St. Franziskus-Gemeinde sammelt auf vielfältige Weise Spenden für ein Schulprojekt in Brasilien. Tausende Euro kamen schon zusammen.

Einmal im Jahr lädt die Eine-Welt-Gruppe zum „Fastenessen“ ins Pfarrheim der St. Franziskus-Gemeinde. Ein brasilianisches Nationalgericht steht dann auf der Speisekarte: „Feijoada“ – ein Eintopf aus schwarzen Bohnen, der letzten Sonntag in der europäischen Version mit Mettwürstchen, Reis und Apfelsinen auf den Tisch kam. Den 30 Gästen schmeckte es so gut, dass sie 300 Euro spendeten. „Die gehen an ein Schulprojekt in Bacabal im Nordosten Brasiliens“, sagt Norbert Gewitzsch, der sich seit 29 Jahren dafür engagiert. Der 65-Jährige ist der Quotenmann in der Gruppe, der noch sieben Frauen angehören, darunter auch seine eigene.

„Im letzten Jahr haben wir insgesamt knapp 20 000 Euro nach Bacabal überwiesen und jeder Cent kommt dort an“, sagt der Hevener. Denn um Spenden zu sammeln, organisiert die Gruppe – außer dem Fastenessen – immer im November ein Benefizkonzert und ganz früher mal Sponsorenläufe („die ersten in Witten“, ist sich Gewitzsch sicher). Auch fair gehandelte Produkte haben sie schon nach den Gottesdiensten in der Kirche verkauft. Doch das wurde zuviel, seit es den Bücherflohmarkt zweimal pro Jahr gibt. Er macht mit jeweils etwa 5500 Euro den größten Batzen bei den Spenden aus – aber auch jede Menge Arbeit. „Anfangs haben wir die Bücher selbst eingesammelt“, erinnert sich Norbert Gewitzsch an all die Kisten, die er geschleppt hat.

Jeden Freitag Lesestoff abgeben

Inzwischen hat die Gruppe ein Lager im Neddenburweg angemietet, dort können die Bürger jeden Freitag ausrangierten Lesestoff abgeben. „Nur keine Konsaliks und Simmels. Und keine fleckigen oder beschädigten Bücher“, sagt Anne Gewitzsch. Per Lkw und Gabelstapler werden die Kisten ins Pfarrheim transportiert. Am 12. und 13. März ist es wieder soweit. „Da helfen immer viele Ehrenamtliche mit“, freut sich die 64-Jährige über die Unterstützung.

Warum sie sich um Menschen kümmern, die Tausende Kilometer entfernt leben – dieser Frage mussten sie sich schon häufiger stellen lassen. „Die Eine-Welt-Gruppe entstand zu einer Zeit, als es hier vor Ort noch nicht so große Probleme gab wie heute“, erklärt Anne Gewitzsch. Im Sinne der Weltkirche wollten sie die Gerechtigkeit vom wohlhabenden Deutschland aus in ärmere Regionen verteilen. Über die Franziskanermission kam der Kontakt mit Brasilien zustande. Und weil beide selbst mal Lehrer waren, gefiel es dem Ehepaar, mit dem Beitrag die Bildungschancen der Kinder dort zu verbessern. Außerdem, so Norbert Gewitzsch, „habe ich ein Problem damit, in der Kirche für arme, hungernde Menschen zu beten, ohne selbst etwas dafür zu tun.“

Annette Kreikenbohm

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Eine-Welt-Gruppe sammelt seit Jahren für Brasilien
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2016-03-01 18:56
Witten