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"Eine Pause vom Überfluss hier"

01.09.2009 | 23:00 Uhr

Ins Ausland wollte Johannes Schorling (19) immer schon mal gehen. In der elften Klasse klappte es nicht mit einem Austausch, dafür geht's jetzt nach dem Abi in die Ferne. Und zwar so richtig – für ein Jahr nach Kenia.

Schon heute geht der Flug von Düsseldorf über London nach Nairobi. „Ein wenig gemischte Gefühle habe ich schon”, sagt Schorling. Ein Jahr ist lang. Aber er hat sich entschieden.

Alles begann im letzten Jahr: Die Musterung stand an. Johannes Schorling war tauglich, die Bundeswehr kam aber aus Prinzip nicht in Frage. Also entweder Zivildienst oder freiwilliges soziales Jahr. Und dass man das auch im Ausland absolvieren kann, passte wie ein Handschuh.

Über Freunde entdecke er das Programm „Weltwärts", den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dass die Organisation soziales Engagement erwartet, war für Johannes Schorling kein Problem. In seiner Gemeinde hat er verschiedene Freizeiten begleitet und in den Gottesdiensten spielt er Orgel. Er kam in die zweite Runde und meisterte einige Wochen später auch ein 30-minütiges Telefoninterview auf Deutsch und Englisch. Mitte Dezember dann kam die Zusage, es folgten zwei Vorbereitungstreffen.

In Kenia erwartet Johannes Schorling ein ganz neues Leben. Nach einer einwöchigen Orientierungsphase in Nairobi geht die Reise 200 Kilometer weiter in den Ort Igangara, 27 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt. Dort wird er in einem Internat arbeiten, Deutsch-, Englisch und naturwissenschaftlichen Unterricht geben, aber mit dem Schülern auch z.B. Fußball spielen.

Sein soziales Jahr ist für ihn kostenlos. Unterstützt wird er vom Bund und vom IJGD (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste Bundesverein). Monatlich wird er ein Taschengeld von 100 Euro bekommen. Vor seine Reise hat er über 2000 Euro gesammelt, um andere Teilnehmer zu unterstützen. Auch wenn ihm der Abschied schwer fällt, er freut sich auf Kenia: „Ich wollte mal eine Pause vom Überfluss hier, etwas grundlegend Anderes kennenlernen.”

Johannes Schorling schildert seine Erlebnisse unter http://keniajoey.blogspot.com und in unserer Zeitung.

Claudia Vüllers

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Kommentare
01.09.2009
08:22
Eine Pause vom Überfluss hier
von Dr. Carsten Rensinghoff | #1

Respekt! Ein Jahr Pause vom Überfluss verdient höchste Anerkennung! Ich wünsche ein gutes Jahr in der Ferne!

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