Eine Busfahrt quer durch fünf Stadtteile
21.10.2011 | 15:28 Uhr 2011-10-21T15:28:00+0200
Witten.Viele Wege führen nach Rom und einer quer durch Witten. Dass man mit einer Busfahrt einmal durch die gesamte Stadt kommt, klingt merkwürdig, ist aber machbar. Die Linie 320 fährt von Rüdinghausen bis nach Kämpen - und ist somit die längste Busroute der Stadt.
Insgesamt benötigt man knapp anderthalb Stunden von der Haltestelle „Auf dem Wellerskamp“ in Rüdinghausen bis zur Haltestelle „Kämpen“ an derselbigen Schule. Selten fährt jemand die komplette Strecke. Wer es einmal tut, wird feststellen, dass man von Wäldern und Wiesen über die Innenstadt bis hin zu lauschigen Reihenhäusern alles zu Gesicht bekommt.
Andreas Rudzick ist Busfahrer und ist öfter auf dieser Linie unterwegs. Er empfindet die Strecke als angenehm. „Man kann viel sehen und es gibt Linien, die ich weniger mag.“ Vor allem, weil man zwischendurch auch pausieren kann. Denn an der Haltestelle „Durchholzer Platz“ wartet der Bus, wenn er pünktlich ist, bis zu fünf Minuten, bevor er weiter fährt.
Auf der Reise durch die Stadt in der Linie 320 kann man nicht nur eine abwechselnde Landschaft beobachten, sondern auch die unterschiedlichsten Menschen. Vor allem Schüler und Senioren nutzen die Linie. Die 13-Jährigen Angela und Linus fahren jeden Tag von ihrer Schule in der Innenstadt bis hoch nach Vormholz - das sind bis zu 30 Minuten Anfahrt. Die Zeit nutzen die beiden allerdings nicht, um sich die Landschaft anzuschauen: „Entweder wir machen schon Hausaufgaben, aber meistens spielen wir während der Busfahrt mit unseren Handys oder lassen Musik laut laufen.“ Dass das die anderen Fahrgäste stören könnte, interessiert die beiden Jugendliche nicht. „Die müssen ja nicht direkt nach Schulschluss mit dem Bus fahren“, meinen Angela und Linus.
Wenn um 13 Uhr die Schule aus ist, hat man kaum eine Chance auf einen Platz in der Linie 320. Die kleinen Busse ohne Gelenk bieten 34 Sitzplätze und 58 Stehplätze. Die großen Gelenkbusse haben meistens 61 Sitz- und 94 Stehplätze. Dass die 78-jährige Oma Hilde ausgerechnet zu dieser Zeit mit der Linie von Herbede nach Durchholz muss, stört sie nicht. „Man gewöhnt sich an die Kinder und die meisten bieten mir ihren Platz an, wenn ich einsteige.“
Die längste Busroute durch die Stadt beinhaltet 51 Haltestellen und durchquert fünf Stadtteile (Rüdinghausen, Annen, Mitte, Heven, Herbede). Dabei meistert der Bus enge Straßen und scharfe Kurven, von denen man es nicht möglich gehalten hätte, dass die Linie es schafft. Wie die Kurve von der Seestraße auf die Herbeder Brücke. Oma Hilde meint: „Man hat immer das unangenehme Gefühl, dass der Bus gleich umkippt.“ Der Bus steht noch und die Fahrt geht immer weiter.
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Linie 320, auch bekannt als Stadtrundfahrt.
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Wobei man allerdings auch festhalten muss, das die langen Linien oft zum Fluch werden, weil sich Verspätungen durchs ganze Stadtgebiet ziehen.
Das frühere Konzept mit einer Sternfahrt in die Mitte und einem Umsteigefenster dort, war sehr viel praktischer. Denn wie der Autor richtig schreibt, es gibt sehr wenige die durchfahren.