Das aktuelle Wetter Witten 14°C
Polizei

Einbrüche in Witten haben sich fast verdoppelt

14.03.2016 | 18:50 Uhr
Einbrüche in Witten haben sich fast verdoppelt
Keinen Grund zum Strahlen wie hier in Herne bei der Übergabe eines BMW als neuem Streifenwagen hatte Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier (rechts) am Montag, 14.3., bei der Bekantgabe der Einbruchszahlen.Foto: Archiv

Witten.  Mehr Einbrüche, weniger Aufklärung: Schlechte Zahlen musste die Polizeipräsidentin am Montag (14.3.) für Witten, Herne und Bochum verkünden.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich in Witten innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Sie stieg von 255 Taten im Jahr 2014 auf 499 im Jahr 2015. Das entspricht einer Zunahme um 96 Prozent. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote drastisch: von 16 auf 3,4 Prozent.

Die neue Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier verhehlte bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2015 am Montag im Bochumer Präsidium nicht, dass „wir bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen ein düsteres, ein schlechtes Jahr hatten. Die Fallzahlen sind uns davongelaufen und die Aufklärungsquote ist in den Keller gegangen“.

Aufklärungsquote von 18 auf sieben Prozent im Gesamtbezirk gesunken

Im Gesamtbezirk (Bochum, Witten, Herne) sank die Aufklärungsquote von 18 auf sieben Prozent. Wittmeier, die angetreten war, um den Raum Bochum zu einer der sichersten Regionen im Ruhrgebiet zu machen, nannte diese Quote selbst „nicht akzeptabel“. Sie stellte aber eine Verbesserung durch Schwerpunkteinsätze und das „Bündeln von Kräften“ in Aussicht. Diese Maßnahmen hätten in den ersten Monaten dieses Jahres schon erste Früchte getragen.

Die Einbruchszahlen sind 2015 in ganz NRW gestiegen, im Ruhrgebiet noch stärker als anderswo. Mit 524 Einbrüchen pro 100 000 Einwohner hat das Polizeipräsidium Bochum (gesamt) auf der „Einbruchsampel“ nach orange im Vorjahr (376 Taten) jetzt die Stufe rot erreicht – und so mit dem restlichen Revier und dem Großraum Köln gleichgezogen. Witten kam 2015 nach der Beinahe-Verdoppelung auf 520 Einbrüche pro 100 000 Einwohner, Bochum auf 500, Herne sogar auf 583 Taten.

Polizei macht reisende Banden aus Südosteuropa verantwortlich

Die Polizei macht dafür reisende Banden aus Südosteuropa verantwortlich, insbesondere aus Serbien und Rumänien. Diese Tätergruppen ließen sich von Stadtgrenzen nicht aufhalten. Sie machten zur Zeit den Großraum Dortmund/Bochum/Gelsenkirchen unsicher. Witten werde dabei seine gute Anbindung ans Autobahnnetz zum Verhängnis.

Von den ermittelten Tatverdächtigen sind 84 Prozent schon vorher einschlägig in Erscheinung getreten. 48,5 Prozent haben nach Angaben der Fahnder keinen deutschen Pass. Die Ausländerquote bei den Einbrüchen hatte 2009 noch bei 28 Prozent gelegen. In diesem Bereich bewegt sie sich heute bei der Gesamtkriminalität: 34 Prozent der 2015 ermittelten Tatverdächtigen aller Straftaten im Raum Bochum (nur für Witten: 31 Prozent) waren Nichtdeutsche.

„Nicht die Nationalität macht jemanden zum Kriminellen“

Die Polizeipräsidentin wie auch Andreas Dickel, Leiter der Direktion Kriminalität im Präsidium, warnten jedoch vor falschen Schlussfolgerungen. „Nicht die Nationalität macht jemanden zum Kriminellen“, sagte Dickel. Ausschlaggebend seien vielmehr Faktoren wie Bildung, materielle Not, soziale Absicherung und Aufstiegschancen. Vieles davon hänge mit dem Wohlstandsgefälle innerhalb Europas zusammen und werde sich deshalb auch langfristig zum Besseren wandeln. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs seien gestohlene Autos aus Deutschland in großer Zahl nach Polen verschoben worden, sagte Dickel. Das sei längst vorbei. „Heute finden wir sie drei Länder weiter östlich wieder.“

Johannes Kopps

Kommentare
15.03.2016
08:21
Einbrüche in Witten haben sich fast verdoppelt
von habverstanden | #2

Die Besitzstandsveränderer sind also sehr erfolgreich und die gute Anbindung ans Autobahnnetz ist schuld na so was.

Funktionen
Fotos und Videos
Festumzug Oktoberfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Er schleift Gleise im Akkord
Bildgalerie
Schleifwagen
Bombenalarm im Hbf
Bildgalerie
Witten
Die Innenstadt gehört den Kindern
Bildgalerie
Weltkindertag
article
11652261
Einbrüche in Witten haben sich fast verdoppelt
Einbrüche in Witten haben sich fast verdoppelt
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/witten/einbrueche-in-witten-haben-sich-fast-verdoppelt-id11652261.html
2016-03-14 18:50
Witten